Landau Leserfrage zum Kirchenpavillon Himmelgrün :

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Zunächst ein klares Ja auf die Frage der Redaktion: Ja, eine Atempause im Kirchenpavillon ersetzt für mich meine Teilnahme an einem Gottesdienst. In Landau war es ein sehr langer Weg bis zur Verortung. Dem Bauamt war Kirche im Wohnpark am Ebenberg zu laut, was Schallschutzgutachten auch noch bestätigten. Dabei sind Kirche und gerade Ökumene doch noch viel zu leise. Auch bei anderen Landesgartenschauen entstanden dauerhafte Einrichtungen des Glaubens, die bis heute intensiver Nutzung unterliegen und Treffpunkte vieler Menschen aller Religionen bilden. Sei es in der Weidenkirche auf dem Kaiserberg in Kaiserslautern oder unter der Eiche im Park am Mäuseturm in Bingen. Menschen finden zusammen und leben christliche Gemeinschaft. Bereits die erste Andacht nach der Gartenschau im architektonisch äußerst gelungenen und mehrfach prämierten Kirchenpavillon war bestens besucht. So wünsche ich mir noch viele Atempausen, Andachten, Taufen, Segnungen... Lebendige, erfüllte Gemeinschaft im Himmelgrünen, statt leerer Gottesdienste in überfüllten Kirchen einzelner Konfessionen. Pfarrer Hans scheint die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben: Glauben fand und findet nicht nur in der Kirche statt. Ist nur er es, oder zieht pfälzisches Erstarren in Traditionen über Speyer bis nach Hannover und Rom? Wenn die Kirchen ihre Kirchen nicht verlassen und die Menschen abholen, werden sie nur noch leerer; Gebäude wie Mitglieder. Zukunft, Fülle und Erfüllung liegen in der Vielfalt der Orte und der Einigung der Konfessionen. Dass es die immer noch gibt, jene, die mit den Kreuzzugschwertern durch die Lande reiten und exklusiv das Christentum hinter dicken Mauern predigen (hat Jesus die Brote und die Fische nicht am See geteilt?), die Andersdenkenden der geistigen Unzucht anklagen und sich noch gut dabei fühlen. Das Ganze geht auch sachlicher. Was Pfarrer Hans an Forderungen in Bezug auf den Umgang mit dem Kirchenpavillon aufstellt und mit welchem weltanschaulichen Hintergrund er das tut, ist schlichtweg unsinnig. Noch sachlicher? Pfarrer Hans verhindert, dass Menschen, junge und alte, sich dem Christentum zuwenden. Pfarrer Hans ist einer, der wie Menschen anderer Religionen aufgrund der Unsicherheit in dieser brutalen Welt wild um sich schlägt und deshalb an der vermeintlich guten alten Zeit, die es im Übrigen nie gegeben hat, festhält. Das ist fatal und eigentlich zutiefst verstörend. Wir Christen wollen versöhnen, aufklären, offen sein und, ja, auch die Welt verändern und ein kleines bisschen besser machen. Wenn es uns gelingt, im Kirchenpavillon mit anderen Menschen gemeinsam von einer anderen Welt zu träumen, ist das eine tolle Sache. Dieser Tage hat sich der Papst als das Oberhaupt der Katholiken in dieser Welt leider nicht getraut für einen anderen Umgang mit der Sexualität ein großes Wort zu sprechen. Es ist an der Zeit für große Worte und kleine Zeichen. Der Kirchenpavillon ist ein unscheinbarer Ort, an dem wir die Welt ein klein wenig verändern können. Ganz großartig die Haltung des Dekans Volker Jahnke, der auch öffentlich der Abgrenzungspolitik von Pfarrer Hans widerspricht. Das bunte Foto aus dem Kirchenpavillon Himmelgrün mit Blick über das ehemalige Gartenschau-Gelände weckt in mir Erinnerungen an schöne Gottesdienste, Atempausen und Schöpfungsthemen. Es war gut, eine andere – ökumenische Gemeinde – neben der eigenen Kirchengemeinde zu erleben. Als Mitglied der Süd-Ost-Kantorei wie auch beim Thema Gerechtigkeit war ich an der Gestaltung von Gottesdiensten beteiligt. Ich freue mich, dass es gelungen ist, auch in diesem Jahr Gottesdienste und Atempausen anzubieten. Schwer zu verstehen, wenn Pfarrer Friedhelm Hans Angst vor Abwerbung „seiner“ Gemeindemitglieder hat und eine starre Haltung mit Hinweis auf das parochiale Gefüge der Kirche einnimmt. Woher weiß Herr Hans, dass Gottesdienste im Kirchenpavillon Himmelgrün an den Interessen seiner Gemeinde vorbeigehen? Kirche muss lebendig sein und neue Formen finden, die auch Menschen ansprechen, die dem Gottesdienst sonst fern bleiben – sich von Kirche verabschiedet haben. Wenn jemand während der Atempausen und Gottesdienste Ruhe findet und spirituelle Erfahrungen macht, ist deren Sinn schon erfüllt. Warum beleidigend von „Event“ und „Rosinen herauspicken“ sprechen? Ich freue mich, auf Himmelgrün und danke Pfarrerin Mechthild Werner und Pastoralreferentin Christine Lambrich für ihre lebendige, kreative Menschennähe, die sie bei allen Veranstaltungen während der Gartenschauzeit ausgestrahlt haben.

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