[Korrigiert, Donnerstag, 10 Uhr: Angaben zum TerminEinkauf]Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau will testen statt schließen

Im Schnelltestzentrum in der Festhalle kann sich jeder kostenlos testen lassen.
Im Schnelltestzentrum in der Festhalle kann sich jeder kostenlos testen lassen.

Der Corona-Inzidenzwert für Landau liegt seit drei Tagen über 50, die Stadt muss mit einer Allgemeinverfügung gegensteuern. Aber die soll erst ab Dienstag nach Ostern greifen. Nächste Woche starten auch zwei neue Schnelltestzentren auf dem alten Messplatz und dem neuen Messegelände.

Wie ist die Lage an der Corona-Front? Entwarnung kann Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) nicht geben, doch es tut sich was, damit die Situation möglichst nicht eskaliert, aber den Menschen auch der Alltag erleichtert wird.

Was muss die Stadt jetzt machen?
Von Montag bis Mittwoch lag der Inzidenzwert (Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in sieben Tagen) für Landau über 50. Die Stadt muss handeln und hat am Mittwoch eine Allgemeinverfügung vorbereitet, die einer Vorlage des Landes entspricht. Sie wird am Gründonnerstag veröffentlicht und soll am Ostersonntag in Kraft treten. Dann müssen die Geschäfte ab Dienstag, 6. April, zum Terminshopping zurückkehren. Termine können auch spontan vereinbart werden, wenn es die Kundenanzahl zulässt. Die Regel „nur ein Besucher auf 40 Quadratmeter“ gilt für Verkaufsflächen, Büchereien und Archive. Abhol-, Liefer- und Bringdienste bleiben erlaubt. Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Buchhandlungen, Baumärkte, Blumengeschäfte und Gärtnereien bleiben auf. Im Amateur- und Freizeitsport in Einzelsportarten dürfen nur im Freien maximal fünf Personen aus zwei Hausständen zusammenkommen. Proben und Auftritte der Breiten- und Laienkultur sind verboten. Hirsch: „Die Außengastronomie ist nicht betroffen.“ Sie müsste erst ab einer lokalen Inzidenz von über 100 wieder geschlossen werden.

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Landau

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Übrigens: Die Inzidenz muss sieben Tage in Folge unter 50 fallen, damit eine Allgemeinverfügung wieder aufgehoben werden kann.

Was will der Oberbürgermeister?
Hirsch will ebenso wie sein Neustadter Kollege Marc Weigel (FWG) beim Land erreichen, dass die Einschränkungen durch die Allgemeinverfügung aufgehoben werden, wenn mit einer guten Testinfrastruktur für Sicherheit gesorgt werden kann. Beide Städte haben sich als Modellkommunen beworben. „Ein Dauerlockdown geht nicht“, sagt der Oberbürgermeister. Aufgabe der Politik sei es neben dem Infektionsschutz auch, „auf Familien, Gesellschaft und Betriebe zu schauen“. Nach Hirschs Überzeugung müssen das öffentliche Leben, Handel und Wirtschaft unter Auflagen in Gang gehalten werden, denn „die Leute halten es sonst nicht mehr lange aus“. Er rechnet in Kürze mit einer Entscheidung aus Mainz.

Wie läuft es beim Testen?
In der Festhalle sind vergangene Woche schon rund 5000 Schnelltests gemacht worden. „Es sind täglich Treffer dabei“, sagt Hirsch, allein am Montag waren es acht bei „asymptomatisch Positiven“, also Menschen ohne Krankheitsanzeichen oder Beschwerden. Solche Ergebnisse treiben den Inzidenzwert nach oben, „aber es wird sich positiv auswirken“, so der Oberbürgermeister, „denn wir unterbrechen die Infektionsketten“. Positive Schnelltestergebnisse werden mit dem exakteren PCR-Test kontrolliert. Dass es auch mal falsch-positive Ergebnisse gibt, sei nicht auszuschließen. Solche Fälle sind Hirsch aber bisher nicht bekannt.

Reichen die Testkapazitäten?
Jein. Derzeit ja, aber der Bedarf wird steigen. Bisher zahlt das Land einen kostenlosen Test pro Person und Woche. „Ich gehe davon aus, dass wir über Sommer für alle Bürger mehrere Tests pro Woche brauchen“, sagt Hirsch.

Welche Testkapazitäten kommen noch dazu?
Die Schnelltest-Möglichkeiten finden Sie im Infokasten am Seitenrand. Frank Weber, Chef der Bella-Vitalis-Fitnessstudios, startet am Donnerstag nach Ostern mit zwei zusätzlichen Schnelltestzentren auf dem Alten Messplatz und dem neuen Messegelände in Landau sowie in Edenkoben bei seinem Studio – und in Absprache mit dem Land und den Kommunen bald wohl auch an allen anderen Standorten. Das Angebot sei für eine Wiedereröffnung der Fitnessstudios nötig, werde aber auch für die Allgemeinheit, für Gastronomie, Handel und Unternehmen, vorgehalten.

Weber lässt Container mit je drei bis vier Testkabinen aufstellen. Je 80 bis 120 Tests pro Stunde seien möglich; die Zeiten werden bei Bedarf auch auf Abende und Wochenenden ausgedehnt. Er habe einen Lieferanten, der schnell große Mengen Tests liefern könne. 10.000 Schnelltests hat Weber bereits geliefert bekommen. Das Ergebnis kann es als Ausdruck geben, es wird aber auch direkt aufs Handy gesandt. Termine können nach Ostern auf der Internetseite www.coronatestpfalz.de gebucht werden, die derzeit noch im Aufbau ist. Die Bella-Vitalis-Teststationen können aber auch einfach angefahren oder besucht werden. Weber sucht noch bezahlte Helfer für diese Stationen. Bewerben kann man sich unter job@coronatestpfalz.de. Die Belegschaft wird in Absprache mit dem Land von medizinischem Personal geschult.

Sparkasse, Aktive Unternehmer (Aku) und der Hals-, Nasen-, Ohrenarzt Stefan Espenschied planen eine weitere Testmöglichkeit auf dem Rathausplatz.

Wie läuft es beim Impfen?
Im Landauer Impfzentrum sind bereits über 12.000 Spritzen verabreicht worden. Auch am Ostersamstag wird geimpft; für die Feiertage gibt es nicht genügend Impfstoff. Hirsch und SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) haben angekündigt, dass das Impfzentrum nach Ostern auf einen Zwölf-Stunden-Betrieb hochgefahren wird. Bei Volllast wären 16 Stunden möglich, aber dafür reichen die Impfstofflieferungen noch nicht aus. Dann könnten 3000 Impfungen pro Tag erfolgen. „Wir wären schon froh, wenn wir über 1000 kämen“, sagt Hirsch.

„Pünktlich, aber nicht überpünktlich“ – diesen Wunsch haben Stadt und Kreis an die Besucher. Diese sollten nicht zu spät zum Impfen kommen, aber auch maximal 15 Minuten vorher, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Was ist mit dem Impfstopp?
Bisher wurden Biontech, Moderna und Astrazeneca verimpft. Wie sich der Impfstopp bei Astrazeneca für Menschen unter 60 auswirkt, ist noch offen. Die Terminvergabe und Impfstoffzuteilung läuft ausschließlich über das Land.


 Bella-Vitalis-Chef Frank Weber richtet zwei zusätzliche Schnelltestzentren für alle ein, unter anderem auf dem neuen Messegelän
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