Kommentar
Corona-Modellprojekt: Öffnen? Ja, bitte!
Fast alle Städte wollen sich bewerben, doch die ganze Pfalz darf nicht. Die ganze Pfalz? Nein! Eine Stadt in der Südwestpfalz hat es geschafft und sich beworben, bevor der Inzidenzwert wieder auf über 50 gestiegen ist: Zweibrücken. Am Freitag, als die Bewerbung rausging, lag der Wert bei 40,9 – am Montag stand er bei 55,6. Aktuell ist Kaiserslautern die einzige Stadt in der Pfalz mit einer Inzidenz von unter 50. Doch dort ist die Digitalisierung im Gesundheitsamt noch nicht weit genug für eine Bewerbung. Ob es eine Modellkommune in der Pfalz geben wird, steht also in den Sternen. Auch in den Sternen steht, ob es das Projekt überhaupt geben wird, oder ob hier nur eine Idee auf- und demnächst wieder abgeblasen wird. Dass der Inzidenzwert in der Vorbild-Stadt Tübingen von 23 auf 35 angestiegen ist, könnte ein erster Hinweis sein.
Aber es hängt ja nicht alles am Modellprojekt: In Städten mit niedriger Inzidenz kann schon jetzt mit Schnelltests die Gastronomie besucht werden. Und das ist gut so. Zu Recht wollen viele Städte und Kommunen so schnell wie möglich Kultur und Gastronomie wieder öffnen: Denn was wäre die Pfalz ohne sie? Und mit einem vernünftigen Test-Konzept muss das möglich sein.
