Landau
Landau will Projekt zum autonomen Fahren
Landau soll sich um ein Pilot- oder Forschungsprojekt für autonomes Fahren bewerben und eine Shuttle-Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Fußgängerzone oder zwischen Hauptbahnhof und Südstadt oder dem Gesundheitszentrum Medivicus in der Paul-von-Denis-Straße schaffen. Das hat Cyrus Bakhtari im Namen der CDU-Fraktion im Stadtrat gefordert.
Er verwies auf das Beispiel Karlsruhe, wo das Land Baden-Württemberg ein entsprechendes Projekt mit 2,5 Millionen Euro unterstütze. Die CDU hofft, dass Bund, Land oder Stiftungen ein solches Projekt fördern würden und dass man wissenschaftliche Einrichtungen wie die neue Technische Universität Kaiserslautern-Landau, das Karlsruhe Institut für Technologie oder ein Fraunhofer-Institut als Partner gewinnen könnte. Pläne für Autonomes Fahren gibt es auch in Mannheim, im Konversionsstadtteil Franklin, einer ehemaligen Wohnsiedlung der US-Streitkräfte. In Neustadt sind weit gediehene Pläne für einen autonom fahrenden Kleinbus zum Hambacher Schloss vor einem Jahr gescheitert, weil der amerikanische Hersteller des Fahrzeugs seine Aktivitäten auf diesem Gebiet eingestellt hat.
Projekt steht im Koalitionsvertrag
Timo Niederberger (FDP) unterstützte den Vorschlag, da seine Fraktion bereits Ähnliches gefordert hatte. Das autonome Fahren werde kommen, sagte er. In ihrem Koalitionsvertrag hatten FDP, CDU und Grüne vereinbart, „Ansätze autonom fahrender Elektromobilität nach Landau“ zu holen und als ersten Schritt eine Verbindung zwischen Altem Messplatz und Fußgängerzone zu schaffen, langfristig sogar auf dem kompletten inneren Ring.
Mobilitätsdezernent Lukas Hartmann (Grüne) war weniger optimistisch. Noch müsse stets ein Operator an Bord sein, also ein Busfahrer, der beim Versagen der Technik eingreifen könne. Zudem dürften die Fahrzeuge nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren, und sie sollten möglichst nur Wege nutzen, auf denen es zu keinen Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen könne. Zu Fuß sei man schneller „als die Teile“, mit dem Rad sowieso, sagte Hartmann. Er habe Zweifel, dass es in den nächsten Jahren schnelle Fortschritte geben werde.
Autonom auf der Schiene?
In Deutschland gibt oder gab es bereits viele entsprechende Projekte, beispielsweise in Friedrichshafen am Bodensee, in Frankfurt, Eltville, Darmstadt, Leipzig oder auf Sylt.
Hartmann warb dafür, eine schienengebundene Lösung zu prüfen. Da gebe es deutlich weniger Konfliktfälle und das Gleis sei vorhanden. Er meint damit das stillgelegte, aber noch vorhandene Bahngleis in Richtung Offenbach und Herxheim, das unter anderem am Gewerbegebiet D9 (neues Messegelände) und am neuen Gewerbegebiet D12 an der Autobahn vorbeiführt. Ein solches Projekt könnte ein erster Schritt zur Reaktivierung der Bahnlinie sein. Zum Medivicus könne man auch einen zusätzlichen Bus fahren lassen, so Hartmann. Er schlug vor, Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf ein solches Projekt anzusprechen. Der habe sich gerade für den 24. Februar angekündigt, um einen Förderbescheid über eine hohe Summe nach Landau zu bringen. Details sind noch nicht bekannt, aber es soll offenbar um den Radwegebau gehen.
Hartmann hat im vergangenen Jahr die Idee einer Südpfalz-Bahn entwickelt, die alte Trassen im Stadtgebiet und von Landau ins Umland nutzen könnte, beispielsweise auch die Gleise vom Hauptbahnhof bis ins Bornheimer Gewerbegebiet rings um den Hornbach-Baumarkt.