Landau Landau: Traumberuf Polizist

Auch Nachwuchswerbung gehört zur Polizeiarbeit in Landau. Polizeikommissarin Jessica Belkius (zweite von links) und Polizeihaupt
Auch Nachwuchswerbung gehört zur Polizeiarbeit in Landau. Polizeikommissarin Jessica Belkius (zweite von links) und Polizeihauptkommissar Werner Bachmann erklären Vanessa Fahrner aus Ramberg (links) und Lara Zingerl aus Annweiler, worauf es im Beruf als Gesetzeshüter ankommt.

Die Polizei nimmt nicht jeden. Polizeihauptkommissar Werner Bachmann und Polizeikommissarin Jessica Belkius wissen, worauf es ankommt.

Schon als Kind war Jessica Belkius klar: Wenn ich groß bin, werde ich Polizistin. „Ich fand den Beruf schon immer interessant. Besonders beeindruckt hat mich damals ein Polizeimotorrad bei einem Infotag“, erinnert sich die junge Frau. Ihre erste Erfahrung in Polizeiarbeit hat die heute 25-Jährige bereits mit 16 Jahren gesammelt. Damals war sie mit der Polizei rund um Landau bei sogenannten Testkäufen unterwegs. Dabei wurde geprüft, ob Verkäufer bei Alkohol und Zigaretten auf das Alter achten. Das hat sie bestärkt. Inzwischen hat sich ihr Berufswunsch erfüllt. Im Oktober 2013 hat Belkius ihren Abschluss an der Hochschule der Polizei am Flugplatz Hahn gemacht und ist seitdem Polizeikommissarin. Seit 2016 ist sie in der Polizeiinspektion (PI) Landau. Drei Jahre hat der Weg zu ihrem Traumberuf gedauert.

4000 bis 5000 Bewerbungen - 1500 bleiben übrig

Viele scheitern allerdings bereits vor Beginn der Ausbildung. Denn die Polizei nimmt längst nicht jeden. Polizeihauptkommissar Werner Bachmann von der Polizeidirektion Landau ist im Bereich Südpfalz – zu dem auch die Dienststellen Annweiler, Edenkoben, Bad Bergzabern, Germersheim und Wörth gehören – für die Nachwuchswerbung zuständig. „Die Bewerbungsrunde erfolgt landesweit. Jedes Jahr gibt es zwei Termine, einmal im Mai und einmal im Oktober.“ Über mangelndes Interesse können sich die Beamten bisher nicht beklagen: „Pro Jahr bekommen wir zwischen 4000 und 5000 Bewerbungen. Davon werden einige aussortiert, übrig bleiben etwa 1500“, bilanziert Bachmann. Das Problem liegt hauptsächlich in der Qualität. „Wir bekommen oft Spaßbewerbungen. Da merkt man schon im Anschreiben, dass das eigentlich nicht ernst gemeint sein kann“, berichtet der 56-Jährige.

Direkt in die Mordkommission - so läuft's nicht

Die Nachwuchswerbung ist wichtig. „Wir haben mittlerweile ein breites Informationsangebot im Internet. Das wird allerdings nicht immer genutzt“, vermutet Bachmann. Viele hätten diffuse Vorstellungen. „Letzte Woche rief mich ein junger Mann von 14 Jahren an, Noten im unteren Bereich. Er wolle direkt in die Mordkommission. So geht’s natürlich nicht“, erzählt der Polizeihauptkommissar schmunzelnd. Um die jungen Interessenten zu informieren, ist Bachmann mit seinen Kollegen in der Südpfalz auf Ausbildungsmessen unterwegs, besucht Schulen und arbeitet mit dem Jugendamt zusammen.

Lebenslanges Lernen gehört dazu

Neben der nötigen Ernsthaftigkeit gibt es aber noch weitere Voraussetzungen für den Job als Gesetzeshüter. Vorstrafen sind bei zukünftigen Polizisten unerwünscht. „Die Polizeitauglichkeit beinhaltet außerdem eine gewisse körperliche Fitness und einen bestimmten Sporttest“, erklärt Bachmann. Nach dem Studium werden die frischgebackenen Polizeikommissare auf die verschiedenen Präsidien im Land (Koblenz, Mainz, Ludwigshafen, Kaiserslautern und Trier) verteilt. Ins kalte Wasser geschmissen wird aber niemand. „Die älteren Kollegen teilen ihre Erfahrungen mit den jungen Polizisten und nehmen sie an der Hand.“ Lebenslanges Lernen gehört auch bei der Polizei zum Berufsalltag. „Man lernt nie aus, es kommt immer etwas Neues dazu. Allein schon durch Gesetzesänderungen“, weiß Belkius. „Es bleibt also immer spannend.“ Die Serie Wir schließen die Serie ab, bei der wir in loser Folge hinter die Kulissen der Polizeiarbeit geblickt haben.

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