Landau Landau: Hinter Kulissen bei „Palais des Étoiles“

Ein Blick hinter die Kulissen: die Moderatoren Edd (hinten) und Lefou beim Schminken.
Ein Blick hinter die Kulissen: die Moderatoren Edd (hinten) und Lefou beim Schminken.

Glamour und Show. Aber dahinter steckt harte Arbeit. In der verzaubernden Welt des „Palais des Étoiles“ wollen die Besucher bei Laune gehalten werden. Das gilt für die Bühnenarbeit wie für die Küche.

Hinter den Kulissen der feinen Glitzerwelt im stilvoll modern eingerichteten „Palais des Étoiles“ geht es nüchtern zu: einfache weiße Kabinen in Ständerbauweise dienen den Künstlern als Garderobe. Hinter der Tür mit der Aufschrift „Lucy Campbell“ studiert die Sängerin am Tablet den Ablauf der Show. In England ist die in Nottingham lebende Künstlerin längst ein Star, nach Landau kam die 36-Jährige mit einem Repertoire von Oper bis Heavy Metal als Bekannte von Palast-Chefin Laura Erny.

 Familiäre Atmosphäre und Hochzeit im neuen Jahr

Das Ambiente im Hotel „Das Prinzregent“, in dem alle Artisten untergebracht sind, und die Landschaft rund um Edenkoben findet die Britin traumhaft schön – und schwärmt von den Händlern, die auf dem Wochenmarkt und dem Nikolausmarkt in Landau „so engaged“ – mit Herzblut – ihre Ware anbieten. Zu Weihnachten kommt ihr Freund Maxwell in die Pfalz. Nach dem Silvesterball in Landau wird in der britischen Heimat Hochzeit gefeiert, danach ist sie für eine Show in Sorrent gebucht. Die von ihr gelobte familiäre Atmosphäre hinter der Bühne kommt beim Besuch der RHEINPFALZ spürbar an: Eine Artistin grüßt lächelnd, das Baby auf ihrem Arm winkt. In weniger als einer Stunde wird „Katya“ den Jogging-Pulli gegen einen Hauch von Glitzerdress getauscht haben und in der Manege die Gäste mit ihrer Akrobatik verzaubern. „Hello, nice to meet you“, auch einer der berühmten „Curatola Brothers“ aus Italien hat, noch leger gekleidet und barfuß, Zeit für einen Plausch. Englisch ist die Sprache, die hier jeder versteht. Von Nervosität oder dem berüchtigten Zickenkrieg hinter den Kulissen ist nichts zu spüren.

Harter Job an manchen Abenden

Das gefällt auch dem Moderatorenduo „Edd und Lefou“. Nils Hellmuth und Steffen Lemke stehen seit ihrer Ausbildung zu Körperkomödianten vor 25 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Zusätzlich zur eigenen Artistennummer mit dem Höhepunkt, eine Schlägerei im Zeitlupentempo zu simulieren, führen die beiden ausgebildeten Körperkomiker witzig und humorvoll durch das Programm. „Edd und Lefou“ lassen sich sonst eher für kürzere Events buchen, was ihren Familien in Berlin sehr zupass kommt. „So was machen wir nur einmal im Jahr“, sagt Nils und meint damit die Aufgabe, über mehrere Wochen jeden Abend 250 Besucher gut dreieinhalb Stunden bei Laune zu halten: „Die Gäste sollen sich fallen lassen, mit allen Sinnen genießen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.“ An Abenden mit nicht sehr spaßbereitem Publikum kann die Animation zum Lachen ein sehr harter Job sein, wissen beide.

Kostüme und Schmuck nach eigener Vorstellung

Eine lange Kabinenreihe ist für die Tänzerinnen reserviert. An ihrem je eigenen Platz putzen sich Abigail, Emily, Connye, Lesleigh und Liz immer wieder neu heraus, um mit reichlich Schminke und reizenden Kostümen die Augen der Gäste zum Funkeln zu bringen. Hoher Kopfputz, duftige Federflügel an ausladenden Gestellen und schwere Schmuck-Kreationen warten in Reih und Glied auf ihren Einsatz an gertenschlanken Körpern. Palais-Produzentin Laura Erny hat keine Mühen und Kosten gescheut, Kostüme und Schmuck nach ihrer Vorstellung herstellen zu lassen. Für die illustren Gäste soll der Augenschmaus den Gaumenfreuden in nichts nachstehen. Auch die Choreographie hat sich die Palais-Chefin selbst ausgedacht. Mehrere Stunden täglich trainiert sie mit den von ihr ausgewählten Tänzerinnen aus namhaften Varietés in Paris, Madrid und New York im Fitnessstudio und probt die synchronen Schrittfolgen. Neben fünf Tänzerinnen und 15 Artisten sorgen weitere 50 bezahlte Helfer jeden Abend dafür, dass die Besucher sich nicht nur an rauschenden Roben und atemberaubender Akrobatik sattsehen können. Gaumenschmeichler wie „flüssiger Kürbis“, „glückliches Ei“, „Süße Steine“ und rosa geröstete Entenbrust werden zwischen den Auftritten genussbereite Mägen füllen. Dazu hat jeder Gast die Qual der Wahl zwischen 55 Flaschenweinen aus der Region.

250 Teller in zehn Minuten

Als Fachmann für das Event-Marketing bei Radio Regenbogen hat Lauras Ehemann Harald Erny in der weiteren Region passende Netzwerk-Kontakte, um seine Gattin bei der Erfüllung ihres Lebenstraumes zu unterstützen. Zum Beispiel zu Alexander Kurz im Edenkobener Hotel „Das Prinzregent“. Mit Chefkoch Oliver Weisch aus dem Hotelrestaurant „Mama’s“, der das Menü kreiert hat, sowie der Erfahrung der „Gaumenfreunde“ als versiertes Catering-Unternehmen im Boot, nahm der Traum von einer Dinnershow mit Weltstadtflair in der Provinz Gestalt an. Das Service-Team probt den Einmarsch und das Auftragen jedes Ganges, auch dieser Ablauf ist perfekt durchorganisiert: Dreieinhalb Minuten vor dem Ende einer Performance sendet Stage-Manager Arthur ein Signal an den Knopf im Ohr von Serviceleiter Ronny und auch an den von Corinna, dann noch einmal eine Minute bevor „Edd und Lefou“ mit der Beschreibung des jeweiligen Gangs in einer komischen Nummer fertig sind. Danach werden in knapp zehn Minuten bis zu 250 mitunter sehr heiße Teller an die Tische jongliert.


Info

Das Programm und Karten gibt es im Internet unter www.palais-landau.de.

Alles muss sitzen, bevor die Tänzerinnen auftreten.
Alles muss sitzen, bevor die Tänzerinnen auftreten.
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