Landau
Landau: Frischwellenkur für Schwanenweiher
Der Schwanenweiher im Landauer Ostpark soll um ein Drittel schrumpfen – sich gesundschrumpfen. Ein Fischsterben wie im Spätsommer 2017 darf sich nicht wiederholen. Für die Parkbesucher wird alles besser, verspricht die Stadt – mit Grün für die Großen und Matsch für die Kleinen.
Das Landschaftsarchitekturbüro Bauchplan aus München hat erste Vorschläge für eine umfassende Ostpark- und Weihersanierung vorgelegt. Weil das komplexer als erwartet ist, will die Stadt noch mehr Geld in die Hand nehmen – vorausgesetzt, die Zuschüsse steigen auch. „Das können wir als Stadt nicht alleine stemmen“, betont Umweltdezernent Rudi Klemm. Die Kosten steigen dann von 1,7 auf knapp 2,4 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt nur zehn Prozent davon .
Dass der derzeit einen Hektar (10.000 Quadratmeter) große Schwanenweiher heikel ist, weiß die Stadt seit 15 Jahren, sagt Klemm. Am Grund des maximal 1,50 Meter tiefen künstlichen Gewässers hat sich eine 30 Zentimeter dicke Schlammschicht gebildet. Die muss raus, aber das koste mehrere 100.000 Euro. Damit sei es allerdings nicht getan, denn ohne eine grundsätzliche Verbesserung würden sich die Probleme in spätestens 20 Jahren wiederholen. Vertieft werden soll das Gewässer nicht, denn die möglichen Folgen sind unbekannt, wenn der dichtende Boden ausgebaggert würde. Denkbar wäre sowohl, dass der See sein Wasser nicht mehr halten könnte, als auch, dass das Grundwasser von unten drücken und der Wasserspiegel steigen würde.
Frischwasser aus Brunnen
Nach Angaben von Sabine Klein, Leiterin der Grünflächenabteilung, legt die Obere Wasserbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt darauf Wert, dass der Schwanenweiher nicht mehr aus der Queich gespeist wird. Diese braucht im Sommer ihr Wasser selbst. Außerdem sei die Queich recht stark mit Sedimenten und Phosphaten belastet, die für ein starkes Algenwachstum im See sorgen, was die Wasserqualität verschlechtert. Stattdessen soll die Wasserversorgung über einen Brunnen, der 2013 im Süden des Weihers gebohrt worden ist, verbessert werden, möglicherweise sogar mit einer zweiten Bohrung. Darüber hinaus sollen mit einer Verkleinerung mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Erstens bedeutet eine kleinere Oberfläche weniger Verdunstung, zweitens sollen die Ufer abwechslungsreicher und ökologisch besser gestaltet werden und sich der Weiher künftig selbst reinigen, beispielsweise mit Schilfzonen. Drittens kann für den Uferumbau der Aushub vom Seegrund verwendet werden, der sonst teuer deponiert werden müsste. Und viertens bedeutet ein schmalerer See – die Länge soll gleich bleiben – mehr Platz für breitere Wege. Die wiederum sollen Angsträume verhindern. Klein ist überzeugt davon, dass mehr Buchten schöne An- und Ausblicke bieten und die Parkbesucher künftig auch besser ans Wasser kommen – Stichwort Liegewiesen.
Wasserspielplatz für Kinder
Noch liegt erst eine Vorplanung vor, die noch weiter ausgearbeitet werden soll und auf deren Grundlage die Zuschussfrage abschließend geklärt werden muss. Sie sieht unter anderem vor, den Parkeingang bei der Festhalle aufzuwerten, extra lange Parkbänke aufzustellen, auf denen man sich begegnen, aber bei Bedarf auch Abstand halten kann. Die Wege sollen verbessert werden – insbesondere will die Stadt die Aussichtskanzel auf der Spitze des alten Festungswerkes 35 besser erschließen. Bis zum Bau des Parkhotels habe es einen Höhenweg gegeben, etwas ähnliches soll wieder angelegt werden, berichtet Klein. Außerdem sollen die Reste der Vauban-Festung herausgestellt und saniert werden, zu denen außer der Kanzel auch die Gegenmauer an der anderen Grabenseite (in Richtung Ludowicistraße) gehört. Zur Erinnerung: Der Schwanenweiher liegt im ehemaligen Festungsgraben; er war einst ein Überschwemmungskessel, der Angriffe von Osten verhindern sollte. In der angestrebten Ausbauvariante plus sind auch ein Wasserspielplatz für Kinder enthalten, ein Jugendspielbereich und eine bessere Beleuchtung für mehr Sicherheit und ein schöneres Aussehen bei Nacht.
Auch an die Regenrückhaltung bei Starkregen ist gedacht: An der Ecke Ostbahn- und Ludowicistraße ist ein Ablauf in den Park geplant für den Fall, dass wieder einmal Starkregen die Straßen unter Wasser setzen.
Baudezernent Maximilian Ingenthron nennt als Ziel der ehrgeizigen Pläne, den Park bis Mai 2021 umgestaltet zu haben.
Termin
Der Bauausschuss beschäftigt sich am kommenden Dienstag ab 17 Uhr in öffentlicher Sitzung mit diesem und weiteren Themen.