Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Ehemalige Verkäuferin übernimmt Hofmeister-Filiale

Sie hat sich selbstständig. Sinem Tas hat früher auch schon in einem Restaurant und in einer Tankstelle gearbeitet.
Sie hat sich selbstständig. Sinem Tas hat früher auch schon in einem Restaurant und in einer Tankstelle gearbeitet. Foto: van

Das Landauer Traditionsunternehmen Hofmeister hat knapp die Hälfte seiner 123 Filialen an andere Bäckereien verkauft, der Rest wurde geschlossen. Die Backshops wurden von Reuther, Bäcker Becker oder Görtz übernommen – und einer von der Verkäuferin Sinem Tas.

Es ist noch gar nicht so ewig her, da bildete die Ecke Limburg-/Ramburgstraße ein kleines Ortszentrum auf der Wollmesheimer Höhe. Mit Supermarkt, Metzger, Bäcker und Sparkasse. Geblieben sind Bäcker- und Sparkassenfiliale. Allerdings drohte dem Brötchen- und Brotverkauf das Aus, nachdem Hofmeister im Insolvenzverfahren steckte und den Verkauf in der Limburgstraße zum Jahresende 2019 dicht machte.

Jetzt duftet es wieder nach frischen Backwaren. Sinem Tas hat sich einen Traum erfüllt und in der ehemaligen Hofmeister-Filiale ein eigenes Geschäft eröffnet. „Immer frisch, immer lecker“ steht auf der Rückseite ihres schwarzen Poloshirts. Vorn prangt eine Bretzel und der Schriftzug „Tas“. Die 34-Jährige ist vom Fach, hat vier Jahre bei der Hofmeister Brot GmbH gearbeitet, in Lachen-Speyerdorf eine Filiale geleitet. Doch im Dezember war Schluss.

„Ich will’s wenigstens versuchen“

„Es ist schade. Ich habe meine Arbeit gern gemacht“, sagt Tas. Statt in die drohende Arbeitslosigkeit zu rutschen, so erzählt sie im Gespräch, habe sie lieber die Initiative ergriffen. Frei nach dem Motto „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt“ sage sie sich: „Ich will’s wenigstens versuchen.“ Etwas Eigenes aufzubauen, habe sie sich schon immer gewünscht.

Die in Deutschland geborene Türkin kratzte ihr Erspartes zusammen und investierte in den eigenen Laden. Daheim in Edenkoben unterstützen sie ihr Mann, den sie vor 18 Jahren geheiratet hat, die Schwiegereltern und ihre vier Söhne. Die Jungs waren auch der Grund, warum Sinem Tas nicht ohne Weiteres als Angestellte zu einer anderen Bäckerei wechseln wollte. „Die Zeiten passten nicht. Ich muss mich ja auch um die Kinder kümmern.“ Deshalb schließt sie den Backshop auch am Nachmittag und kann nicht bis 18 Uhr da sein, was der ein oder andere schon bedauert habe.

Freundliches Wort für jeden

Für Hobbys bleibt wenig Zeit. „Die Kinder und die Arbeit sind meine Hobbys“, sagt die Geschäftsfrau, die froh ist, dass ihr Mann und die Schwiegereltern nach den Kindern sehen, wenn sie nicht da ist. Die Söhne sind 15, 13, 11 und 6 Jahre alt. Der Jüngste kommt im Sommer in die Schule.

Die Ware bezieht sie vom Bäcker Klaus Becker aus Edenkoben sowie von einem Großhändler und backt sie zum Teil frisch auf. Die Tageszeitung, neben der RHEINPFALZ auch die „Bild“, und Kaffee in verschiedenen Zubereitungen ergänzen das Angebot. Sinem Tas hat ein freundliches Wort für jeden, der vor die Theke tritt. Die Resonanz der Kunden sei sehr positiv, erzählt sie. Früh morgens kann sie sich auf eine Aushilfe verlassen, ab 8.30 Uhr schmeißt sie den Laden alleine.

Info

Öffnungszeiten der Bäckerei Tas: montags bis donnerstags von 6.30 bis 16 Uhr, freitags von 6.30 bis 14 Uhr, samstags von 6.30 bis 13 Uhr und sonntags von 7.30 bis 11 Uhr.

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