Landau Kreative Deutschstunde
Das Leben der deutschen Lyrikerin und Romanschriftstellerin Martha Saalfeld und ihr literarischer Werdegang standen vergangene Woche im Mittelpunkt eines Projekts der drei Leistungskurse Deutsch der elften und zwölften Klasse des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum in Bad Bergzabern.
Geboren in Landau, verbrachte Martha Saalfeld von 1948 bis zu ihrem Tod 1976 die wichtigsten Jahre ihres Lebens in Bad Bergzabern. Die Zeit in der Kurstadt zählt zu ihrer produktivsten Schaffensphase, in rascher Folge erschienen viele Gedichte, Romane und Erzählungen. Unter der Leitung der Klassenlehrerinnen Annette Kliewer, Eleonore Beinghaus und Ulrike Streicher beschäftigten sich in der vergangenen Woche beim ersten Martha-Saalfeld-Tag 42 Gymnasiasten des Alfred-Grosser-Schulzentrums mit dem Leben der Schriftstellerin. Ziel war die kreative Auseinandersetzung mit Biografie, Gedichten und Romanauszügen von Martha Saalfeld. Die Schüler besuchten das Stadtmuseum, besichtigten die Gedenkstatue im Kurpark und das ehemalige Wohnhaus Saalfelds, in dem sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Maler und Grafiker Werner vom Scheidt, lebte, der in den 1970er-Jahren als Kunstlehrer am Bad Bergzaberner Gymnasium tätig war. Im Anschluss erarbeiteten sie anhand der gesammelten Informationen ganz unterschiedliche Darbietungen – Lesungen, Aufführungen, Bild- und Videopräsentationen –, die von einer Jury bewertet wurden. Neun Schülergruppen versuchten, die Juroren, − Lehrer, ältere Schüler und die Initiatorin des Projekttags, Saalfeld-Expertin Renate Becker − zu überzeugen. Der erste Platz ging schließlich an Charlotte Weingarten, Patrick Stephan und Felix Hundertmark, die die Jury mit einer kurzen szenischen Darstellung des Stücks „Der Bürger“ beeindruckten. „Das war eine Deutschstunde, wie ich sie am liebsten mag. Nicht so trocken, sondern lebhaft und mit viel Eigeninitiative“, sagte Felix Hundertmark bei der Preisverleihung. Lena Scheib, die mit ihrer Gruppe den dritten Platz belegte, befand: „Es war echt spannend. Vor allem, weil es um eine regionale Lyrikerin ging. Der Bezug dazu ist so nahe, das gefällt uns allen.“ Mit einer Kurzgeschichte über eine Episode aus Saalfelds Leben konnte die Schülergruppe um Christine Beck die Jury überzeugen und sich den zweiten Platz sichern. „Im Museum lasen wir die Geschichte, dass ihr Mann eines Tages kurzerhand den Kragen ihres geliebten Pelzmantels abgeschnitten hat, da er diesen für eine seiner Bildkreationen benutzte. Das fanden wir so kurios, dass wir daraus etwas machen wollten“, erzählte Christine Beck. Als einen großen Erfolg wertete die Klassenlehrerin Annette Kliewer den Martha-Saalfeld-Tag. Künftig solle dieser daher jährlich stattfinden.