Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Kommt jetzt der Wohnpark im Schwanenweiher?

Ein Bild aus besseren Zeiten: der Schwanenweiher.
Ein Bild aus besseren Zeiten: der Schwanenweiher.

Vom Schwanenweiher in Landau hat es eine Hiobsnachricht gegeben. Die Sanierungskosten explodieren. Aber das ist kein Grund, den Kopf in den Schlamm zu stecken. Man muss die Probleme nur kreativ lösen. Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung.

Der Fall ist klar wie Kloßbrühe, oder wie es das Wasser des Schwanenweihers stets war: 1,1 Millionen Euro mehr für ein Pfützchen, auf dem man allenfalls Spielzeugboote fahren lassen kann, und eine Parksanierung, deren Kosten von 3,8 auf 4,9 Millionen Euro hochschnellen, sind auch für eine erfolgsverwöhnte Stadt wie Landau ein Problem. Doch Hadern, Zaudern und Schuldige suchen – all das hilft nicht. Vorschlag: Machen wir das Beste draus.

Am besten Bauland. Für die exklusive Lage kann die Stadt ein paar (ziemlich viele) Euro pro Quadratmeter draufschlagen und Bewohner anlocken, die ansonsten vielleicht in Monaco auf Wohnungssuche gegangen wären. Grüne und CDU sind bestimmt dafür, allein schon, um das Dreamteam aus Umweltdezernent Lukas Hartmann und Oberbürgermeister Thomas Hirsch zu schützen. Bei Bedarf kann man es ihnen mit ein paar Blühwiesen auf den Dächern, einer schönen E-Tankstelle am Boulevard Ostbahnstraße und dem Versprechen hoher Steuereinnahmen durch zahlungskräftige Neubürger schmackhaft machen. Wenn wir dann noch mit dem zusätzlich eingenommenen Geld den Sozialpass für Bedürftige finanzieren, sind sogar Die Linke und die Sozialdemokraten mit an Bord.

Griff ins Klo

Spaß beiseite: Die Parksanierung hat sich zum Griff ins Klo entwickelt, aber es gibt jetzt kein Zurück mehr. Das Wasser ist weg, der Weiherboden aufgegraben. Kriegsschutt und Müll sind nicht mehr gnädig verdeckt und müssen weg, ebenso der mit Schwermetallen belastete Schlamm. Damit ist auch eine Sondierung auf Kriegsaltlasten unvermeidbar. Nur planieren und einsäen scheidet aus. Der Stadt wird nichts anderes übrig bleiben, als das Projekt abzuspecken und mit dem Land zu verhandeln, ob nicht noch ein Zuschuss drin ist, aus welchem Topf auch immer. Am Ende wird es irgendeine Lösung geben (müssen).

Ostpark war im Übrigen schon immer ein eher langweiliger Name, und Kanada- und Nilgansweiher hat es zuletzt besser getroffen als Schwanenweiher. Nennen wir am Ende doch beides nach den Rettern. Vielleicht Roger-Lewentz-Park, nach dem für die Förderung von Innenstadt-Sanierungen zuständigen Innenminister von der SPD, oder Anne-Spiegel-See nach der Umweltministerin der Grünen, wenn die vielleicht noch ein paar Euro aus der Aktion Blau locker macht. Aus dem Boulevard Ostbahnstraße machen wir den BASF-Boulevard, wenn die Ludwigshafener den Schadstoff-belasteten Schlamm zum Sonderpreis verbrennen. Oder die ADD-Allee, wenn die Trierer Aufsichtsbehörde der Stadt eine höhere Verschuldung erlaubt. Kopf hoch, wird schon irgendwie werden.

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