Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Klinikum: Was verdient der Geschäftsführer?

Klinikum-Geschäftsführer Guido Gehendges im Annweilerer Krankenhaus, das im vergangenen Jahr geschlossen wurde.
Klinikum-Geschäftsführer Guido Gehendges im Annweilerer Krankenhaus, das im vergangenen Jahr geschlossen wurde.

Wir alle wissen, was eine Krankenschwester im Klinikum Landau-Südliche Weinstraße verdient. Man kann es im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) nachlesen. Das Gehalt liegt grob je nach Dienstjahren und Eingruppierung zwischen unter 3500 Euro bis wahrscheinlich in seltensten Fällen 4500 Euro brutto im Monat. Das Klinikum ist schließlich ein kommunales Krankenhaus, Träger sind die Stadt Landau und der Kreis Südliche Weinstraße. Aber was verdient eigentlich der Geschäftsführer des Klinikums? Wir ahnen es: viel mehr. Aber wie viel mehr?

Das hätte den Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Landau auch interessiert, wie Klaus Eisold (SPD) im Stadtrat für den Ausschuss mitteilte. Man sei der Ansicht, dass das Gehalt im Beteiligungsbericht genannt werden müsse. Dort heißt es dann auch, Bezug nehmend auf Ausführungen des Rechnungshofs, ratsöffentlich (also für die Stadträte einsehbar) „sind unseres Erachtens die Bezüge des Geschäftsführers sehr wohl in den Beteiligungsbericht aufzunehmen. Bei der sich anschließenden öffentlichen Auslegung des Beteiligungsberichts sind diese Angaben dann zu schwärzen. Der den städtischen Gremien zuzuleitende Beteiligungsbericht ist zukünftig in Gänze den gesetzlichen Anforderungen anzupassen.“ Harte Worte. Aber klar, wie soll der Souverän denn kontrollieren und prüfen, wenn Informationen fehlen?

„Kein akuter Handlungsbedarf“

Die Angabe werde durch die Geschäftsführung des Klinikums – also allen voran Geschäftsführer Guido Gehendges – „weiterhin verweigert“, heißt es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung. Da die Stadt mit 50 Prozent beteiligt ist, gibt es keinen beherrschenden Einfluss – der Kreis muss mitziehen, wenn man das Gehalt im Beteiligungsbericht gegen den Willen des Geschäftsführers niederlegen will. Aber: Der Kreis will nicht, so die Stadt. „Nach Rücksprache mit dem für den Beteiligungsbericht des Landkreises zuständigen Sachbearbeiter“ bestehe „von Seiten des Landkreises kein akuter Handlungsbedarf in dieser Thematik“.

Der Kreis stellt das anders dar. Eine „offiziell verlautbare Abstimmung“ zwischen Kreis und Stadt sei nicht erfolgt, wobei der Bericht ein offizielles Dokument ist. Ein gemeinsames Vorgehen sei der Behörde unter Leitung von Landrat Dietmar Seefeldt aber sehr wichtig, so die Kreisverwaltung weiter. Die Aussage, dass das Gehalt im Beteiligungsbericht niederzulegen am Kreis scheitere, sei eine Interpretation und nicht richtig. Nur warum es dann bislang nicht niedergelegt war, bleibt offen. Das verstößt laut Ausschuss gegen die gesetzlichen Anforderungen.

Im nächsten Bericht?

Den Knoten durchschlägt Gehendges dann selbst: Da ihm das strikte Einhalten der Nicht-Öffentlichkeit zugesichert worden sei, werde sein Gehalt im nächsten Beteiligungsbericht des Klinikums gemäß der Gemeindeordnung enthalten sein, verspricht der Geschäftsführer des Klinikums, das vor nicht allzu langer Zeit den Standort Annweiler geschlossen hat.

Dann wissen zumindest die Stadträte und Kreistagsmitglieder, was der Mann an der Spitze der kommunalen, also der den Bürgern gehörenden, Einrichtung verdient. Die für wenig Geld hart arbeitenden Krankenschwestern werden weiter im Dunkeln gelassen.

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