Kommentar
Kita-Betreuung nicht um jeden Preis
Es ist unbegreiflich, wieso ein Sechsjähriger nach einem Corona-Fall in der Kita nach nur einem negativen Schnelltest wieder in der Einrichtung toben kann, während gleichaltrige Schüler dann fünf Tests brauchen. Überhaupt überwiegen die Nachteile, wenn für Kita-Kinder die Quarantäne mit nur einem Schnelltest hinfällig wäre. Neben der Infektionsgefahr durch gibt es weitere Argumente gegen die Pläne des Landes. Erzieher stöhnen schon jetzt, weil sie in der Erkältungssaison teils auf dem Zahnfleisch laufen. Ihre Situation wird sich nur verschärfen, wenn sie nach weiteren coronabedingten Ausfällen die gleiche Zahl an Kindern betreuen sollen. Das wird sich auf die Betreuungszeiten auswirken und Eltern in die Bredouille bringen. Auch haben sie mehr Infektionen zu Hause zu befürchten, nicht nur wegen der mangelnden Trefferquote der Schnelltests, sondern auch, weil Covid-19 erst nach Tagen aufgedeckt werden kann. So hingegen ebnet die Landesregierung einer Durchseuchung der Kleinsten den Weg. Helfen könnte eine sinnvolle Teststrategie, aber von dieser sind wir weit entfernt.
