Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Platz für Winterattraktion

Die Eisbahn hätte dieses Jahr doppelt so groß werden können.
Die Eisbahn hätte dieses Jahr doppelt so groß werden können.

In Landau wird es dieses Jahr keine Eisbahn beim Thomas-Nast-Nikolausmarkt geben, obwohl Betreiber Alexander Kurz und die Stadt eine Fortsetzung angestrebt hatten. Das Problem: Es findet sich kein geeigneter Standort mehr.

Die Eisbahn auf dem Untertorplatz war im vergangenen Jahr als neue Attraktion für den Nikolausmarkt angekündigt worden und der Stadt nach den harten Coronazeiten sehr willkommen. Möglich gemacht hatten sie die Gaumenfreunde Edenkoben von Alexander Kurz, der sein Kerngeschäft eigentlich im Gastro- und Cateringbereich hat, aber immer wieder besondere Veranstaltungen auf die Beine stellt. Das reicht vom gastronomischen Zwischenspiel in vorübergehend leerstehenden Restaurants über Public Viewing bei Fußball-Großereignissen und Autokino bis zum Pop-up-Weingarten oder Rock am Friedensdenkmal.

100.000-Euro-Investition

Kurz hatte nach der positiven Resonanz der Stadt beim Vermieter der Bahn Interesse an einer Wiederholung angemeldet, obwohl ihm Unbekannte im Januar an der Eisbahn das Kühlmittel abgelassen und ihn so um eine wirtschaftlich wichtige Woche gebracht hatten. Er hatte nach eigenen Angaben im Februar bei der Stadt ein Konzept eingereicht, das neben einer deutlich größeren Eisfläche (400 statt 200 Quadratmeter, teils überdacht) eine Almhütte und eine LED-Wand vorsah, weil im Winter ja auch die Fußball-WM in Katar ist. Das alles sei mit 2000 Quadratmetern Flächenbedarf der Stadt zu groß gewesen, so der Geschäftsmann, der 100.000 Euro in das Projekt investiert hätte.

Nach seinen Angaben ist es dann ein paarmal hin und her gegangen: Erst habe er ein Konzept für ein kleineres Angebot geschrieben, dann habe die Stadt signalisiert, dass sie doch Interesse am vollen Programm hätte. Schließlich habe die Stadt den Alten Messplatz vorgeschlagen, von dem Kurz sagt: „Den hätte ich sofort genommen.“ Dann sei der Verwaltung eingefallen, dass der Uniparkplatz gesperrt ist und der Messplatz dafür als Ausweichmöglichkeit und in der Vorweihnachtszeit ohnehin in vermehrtem Umfang zum Parken gebraucht wird.

Reise nach Jerusalem

Die anschließende Suche nach einem Alternativstandort mit wiederum angepassten Konzepten geriet dann zur Reise nach Jerusalem: Es habe mehrere Ortsbesichtigungen gegeben, aber am Ende habe immer irgendetwas gegen den Standort gesprochen, beispielsweise die schwierige Zufahrt für Rettungskräfte. Darunter waren die Langstraße, der Obertorplatz, der Wohnpark am Ebenberg (Lärmproblem), das Areal der abgerissenen Rundsporthalle (zu weit weg) und sogar der Bereich bei der Hauptpost. Den neuen Messplatz, der am Ende übrigblieb, wollte Kurz nicht: Der wäre zu weit weg vom übrigen vorweihnachtlichen Treiben in der Stadt und eher Konkurrenz als Ergänzung gewesen.

Am Ende, so Kurz, sei dann doch wieder der Untertorplatz im Gespräch gewesen – doch bitte mit einem abermals abgeänderten Konzept. Doch auch dafür sei dann wieder eine Absage gekommen, weil er Dreh- und Angelpunkt beim neuen Bussystem Landau-Takt werde, der im Dezember startet und der auf keinen Fall beeinträchtigt werden sollte.

Stadt hofft auf Folgejahr

Die Stadtverwaltung bestätigt dies: Alle potenziellen Standorte wären letztlich nicht optimal für die Eisbahn gewesen. Außerdem bahne sich dort gerade ein anderes Projekt an, das mit dem Nikolausmarkt nichts zu tun habe. Deswegen werde es leider schwierig, 2022/2023 einen geeigneten Standort zur Verfügung zu stellen, doch „das heißt aber nicht, dass das Thema Eisbahn in Landau für alle Zeit vom Tisch ist.“

Kurz hat noch ein wenig Zeit, seine Reservierung der Eisbahn abzusagen oder zu bestätigen. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt er. Soll heißen: Wenn sich eine andere Kommune findet, die Interesse an einem Rund-um-Winterpaket hat, kann Kurz seine Vorstellungen auch dort umsetzen.

Info und Kontakt

www.gaumenfreunde-pfalz.de, info@gaumenfreunde-pfalz.de

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