Landau
Karikatur der Woche: Trappeln wir halt einen Umweg
Ruinen sind großartig. Sie sind Besuchermagnete, von denen beispielsweise das deutsch-französische Grenzgebiet oder das Mittelrheintal mit ihren Burgen leben. Es geht aber auch ohne Mittelalter und Raubritter wie den berüchtigten Hans Trapp. Dann muss man lediglich von lost places reden, „verlorenen Orten“. So etwas ist Kult. Wir sollten also die Sperrung der Trappengasse nicht zu streng beurteilen, wo der Dachstuhl eines seit ewig und drei Tagen leerstehenden Hauses einzustürzen droht. Es ist bekanntlich nicht die einzige Ruine in bester Lage. Es gibt eine andere, bei der der Oberbürgermeister gerade das „Auferstanden aus Ruinen“ anzustimmen versucht. Aber das sind alles Peanuts. In Ludwigshafen gibt es Führungen zu den hässlichsten Punkten der Stadt. Die dauern angeblich mehrere Tage, weil es dabei gilt, 77 Quadratkilometer abzumarschieren – möglichst ohne gewisse Hochstraßen zu unterqueren. So gesehen, ist Landau doch noch gut dran.