Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendfarm kämpft für Förderung durch die Stadt

Die Kinder- und Jugendfarm liegt am Rande des Wohnparks am Ebenberg und steht allen Familien und Einrichtungen offen.
Die Kinder- und Jugendfarm liegt am Rande des Wohnparks am Ebenberg und steht allen Familien und Einrichtungen offen.

Dagmar Flörchinger, Vorsitzende der Kinder- und Jugendfarm in Landau, ist ernüchtert. Die Stadt hat ihren Antrag abgelehnt, die Arbeit des Vereins mit 140.000 Euro zu unterstützen. Jetzt setzt Flörchinger auf die Bürger.

Die Kinder- und Jugendfarm, die seit über acht Jahren auf einem 3600 Quadratmeter großen Terrain am Fuße des Ebenbergs ein beliebter außerschulischer Lernort ist, wird seit Jahren ehrenamtlich gestemmt. „Wir können das nicht mehr leisten“, sagt Dagmar Flörchinger. „Wir brauchen Helfer.“

Deshalb hat der Verein zum ersten Mal offiziell einen Antrag an die Stadt Landau gestellt, seine Arbeit finanziell zu unterstützen und im Haushalt für das kommende Jahr 140.000 Euro für eine Dreiviertel-Stelle und eine volle Stelle sowie für Betriebskosten bereitzustellen. Nur so könne man der steigenden Nachfrage von Einrichtungen und Familien gerecht werden. „Leider kam es zu keiner Einigung zwischen der Stadt Landau, der Verwaltung und der Farm, sodass diese im Haushaltsplan 2022 nicht bedacht wird“, beklagt die Vorsitzende.

Stadt fehlt das Geld

Die Stadt argumentiert, eine Förderung sei eine freiwillige Leistung, die wegen der knappen Mittel in der Stadtkasse nicht gewährt werden könne. Auch andere Vereine würden deshalb nicht bezuschusst. Oberbürgermeister Thomas Hirsch lobt die Arbeit des Vereins, Landau fehle aber schlichtweg das Geld. Mehr als eine Spende von 3000 Euro aus der Sparkassenstiftung war in diesem Jahr nicht drin. Jugendarbeit gewährleiste die Stadt in eigenen Einrichtungen, so Hirsch weiter.

Dieses Argument lässt Flörchinger nicht gelten: „Wir leisten offene Kinder- und Jugendarbeit, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. In anderen Städten werden Jugendfarmen auch über den Haushalt unterstützt.“ Zu allem Übel hat sich nach fünf Jahren auch der Hauptsponsor zurückgezogen, der laut Flörchinger jährlich 5000 Euro spendiert hat und nun andere Pläne hegt. Bislang finanziert sich der Verein über Mitgliedsbeiträge, Kursgebühren und Spenden. Der Verein hat 2018 den Ehrenamtspreis der Stadt Landau bekommen.

Veto einlegen

Die Vorsitzende wünscht sich nun von den Bürgern, dass sie gegen den Entwurf des Haushalts 2022 ihr Veto einlegen. Das ist bis 6. Dezember bei der Stadtverwaltung möglich. „Wir hoffen, das Ruder noch herumreißen zu können“, sagt Flörchinger. Es wäre schön, „wenn sich alle Leute zu uns bekennen, die uns auch besuchen“.

Neben der Möglichkeit, auf der naturbelassenen und wohnortnahen Farm Kindergeburtstage zu feiern, offeriert sie viele unterschiedliche, pädagogisch betreute Angebote. So können Schulen und Kindergärten etwa im Rahmen des grünen Klassenzimmers aus insgesamt zehn Kursen wählen, die alle einen Beitrag zur Natur- und Umwelterfahrung leisten. Außerdem kann das Gelände dienstags von allen Familien, Kindern und Jugendlichen frei genutzt werden.

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