Landau Interview: „Möglichkeiten begrenzt“

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Das Internetportal „Ort sucht Arzt“ wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz betrieben. Mitarbeiter Benedikt Schülter hat mit Pressesprecher Rainer Saurwein (54) über den Internetauftritt und die Landarztflucht gesprochen.

Seit 1. Mai dieses Jahres ist das Portal online. Wie groß ist die Resonanz der Gemeinden bisher?

Seit der Freischaltung haben 48 Orte aus 19 Kreisregionen 73 Suchannoncen aufgegeben. Alle Annoncen enthalten Links zu den Websites der Gemeinden. Vier der Orte haben sogar eine Unterseite beziehungsweise eine mediale Präsentation zur Arztsuche eingerichtet. Gibt es schon Rückmeldungen der Kommunen? Über erste Ergebnisse können wir erst Anfang 2016 berichten, wenn die neuen Zulassungszahlen vom Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen festgestellt wurden. Wie sehen Strategien für die Zukunft aus, um für flächendeckende Versorgung durch Landärzte zu sorgen? Die KV unternimmt alles in ihrer Macht stehende, um Ärzte für eine Niederlassung in unterversorgten Regionen zu gewinnen. Da die Bedingungen, unter denen niedergelassene Ärzte arbeiten können beziehungsweise müssen, vor allem von der Politik vorgegeben werden, sind die Möglichkeiten im Kampf gegen den Ärztemangel begrenzt. Der formelle Auftrag zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung liegt zwar bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, die Schaffung der Rahmenbedingungen ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Machen Sie es sich nicht zu einfach, nur der Politik den Schwarzen Peter zuzuschieben? Immerhin hat Ihre Lobby die Regelung verhindert, dass in überversorgten Gebieten frei werdende Praxen von der Kassenärztlichen Vereinigung aufgekauft werden müssen. Diese Regelung beruht auf völlig falschen und veralteten Bedarfsplanungszahlen aus den 1990er-Jahren. Diese stellen wir grundsätzlich in Frage und haben das auch so der Politik mitgeteilt. Im Übrigen machen wir es uns sicher nicht zu einfach. Schließlich gibt die Politik die Rahmenbedingungen vor. Was kann die Politik konkret tun? Die Kommunalpolitik kann Anreize setzen – wie beispielsweise mit der Bereitstellung von Praxisräumen, einer guten Infrastruktur und Zuschüssen – dass sich Hausärzte bevorzugt in ihrer Gemeinde niederlassen. Damit wird ein Wettbewerb zwischen den Kommunen um Ärzte gefördert, der bereits im Gange ist.

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