Landau In vier Stunden über den Erdball getanzt

Beliebte Tanzshow: Die Nachfrage nach Karten für das TSC-Spektakel ist riesig. Fünf Vorstellungen in der „Dampfnudel“ waren ruck
Beliebte Tanzshow: Die Nachfrage nach Karten für das TSC-Spektakel ist riesig. Fünf Vorstellungen in der »Dampfnudel« waren ruckzuck ausverkauft.

Auf eine farbenfrohe und facettenreiche Reise rund um die Welt nahm der Tanzsportclub „Royal“ (TSC) die Besucher seiner Herbstgala am Wochenende in der „Dampfnudel“ mit. Geboten wurde eine – bis auf klitzekleine technische Pannen, die vermutlich der Premierennervosität am Freitag geschuldet waren – perfekte Bühnenshow mit glanzvollen Choreografien und ausgefallenen Kostümen.

Mehr als 200 Aktive hatten sich monatelang auf die Herbstgala vorbereitet, alle fünf Vorstellungen – drei am vergangenen und zwei am kommenden Wochenende – waren in kurzer Zeit ausverkauft gewesen, wie die TSC-Vorsitzende Manuela Wünschel betonte. Die Vorbereitungen haben gleich nach der letzten Herbstgala begonnen. Es sei jedes Mal eine große Herausforderung für den TSC, „Neues zu planen, um unser anspruchsvolles Publikum zufriedenzustellen“. Nach der obligatorischen Gardeparade durch die Krönchen-, Princess- und Royalgarde sowie dem Tanzmariechen Ailina Weller startete eine vierstündige Reise durch elf Länder dieser Erde. Emma Liebel und Hannah Carius, Abiturientinnen der „TSC-Royal-High-School“, starteten als Rucksacktouristen mit „Royal-Airlines“ vom Flughafen Rülzheim-Dampfnudel die Weltreise. Ein fiktiver Blog berichtete von ihren Erlebnissen, die die Tänzer in den folgenden Stunden auf der Bühne umsetzten. Alles war an diesem Abend auf dieses Thema ausgerichtet: Die Besucher bekamen keine Eintrittskarten, sondern einen „Boarding Pass“; drei Stewardessen wiesen die Passagiere auf Besonderheiten des Fluges hin und priesen im Duty-Free-Shop Accessoires aus dem TSC-Fan-Shop an. Der erste Stopp war im verregneten London, wo die Gruppe „Step by Step“ die britische Teekultur tänzerisch darstellte. Weiter ging es nach Moskau mit einem Ballett-Solo von Lilly Mahler zu Tschaikowskys „Schwanensee“. Die „Boygroup“-Kosaken präsentierten das geheimnisvolle Russland mit seinen traditionellen Tänzen. Die Gruppe „Free Movement“ stellte eindrucksvoll in fantastischen Kostümen die Arbeit der Menschen in Aluminium- und Nähfabriken von Bangladesch dar und kritisierte mit der tänzerischen Umsetzung die dort verbreitete Kinderarbeit. Über Kairo ging es weiter nach Nigeria, wo „New Generation“ die kulturelle Vielfalt dieses westafrikanischen Landes präsentierte. Nach einem Abstecher zum Machu Picchu in Peru machten die beiden „Backpacker“, Rucksacktouristen, Station in Brasilien – mit Sambatänzern beim Karneval und Lagerfeuerromantik am Puderzuckerstrand. Leah Reibold, die „Boygroup“ und „Step by Step“ entführten die Besucher in das quirlige Kuba, bevor es mit „Fo(u)r Motion“ weiter ging, die auf der Bühne den „Dia de los Muertos“, den „Tag der Toten“, einen der größten mexikanischen Feiertage, feierten. Über Texas mit einem Solo von Katlen Gehrlein und Cowgirls der „Fo(u)r Motion“ führte die Reise weiter nach New York zu den Hip-Hoppern von „New Generation“ und „Fo(u)r Motion“. Die Gruppe „Kir Royal“ schlüpfte mit „Bella ciao“ in die Rollen von skrupellosen Mafiosi und temperamentvollen Sizilianerinnen. In Paris endete die Weltreise, wo die beiden Rülzheimer Touristinnen eine besondere Stadtführung erlebten, die mit einem Besuch des Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“ endete. Das gesamte TSC-Ensemble mit den Solisten Nina Hengen (Quasimodo), Julia Hellmann (Esmeralda), Marco Schneider (Hauptmann Phoebus), Kurt Seelinger (Richter Frollo) und Christian Reis (Zigeunerkönig) tanzte Szenen aus diesem Stück. Beifallsstürme schon während der Darbietungen und tosender Applaus des „geilen Publikums“ – so der Zweite Vorsitzende Christoph Wünschel am Ende der kurzweiligen vier Stunden – waren der verdiente Lohn für eine perfekte und professionell dargebotene Tanzshow der Superlative.

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