Landau
In Landau sind die Inliner zurück
Eine Sportart scheint derzeit einen Aufschwung zu erleben: das Inline-Skaten. Die Teilnehmerzahlen der Laufschule des IHC Landau beweisen das. Einmal im Monat lernen hier Kinder das Laufen auf acht Rädern. Doch woher kommt das Interesse?
„Ich sehe immer mehr Kinder auf den Straßen und im Park Inliner fahren. Als ich in dem Alter war, war das noch nicht so“, sagt Leon Hülsenbeck, Haupttrainer der Inline-Laufschule für Jung und Alt, die der Inline-Hockey-Club (IHC) Landau anbietet. Der 21-Jährige hat selbst das Inline-Skaten gelernt, weil er Hockey spielen wollte. „Ich glaube in den 90er-Jahren war das noch mal ein Stück krasser. Aber es werden aktuell immer mehr Menschen, die sich für Inliner interessieren.“
Die steigende Begeisterung von Kindern, das Laufen auf acht Rädern zu lernen, zeigt der Andrang auf den Kurs. 45 Teilnehmer sind beim jüngsten Training in der Süwegahalle in Landau dabei. „Wir bieten die Laufschule altersunabhängig an. Die meisten Teilnehmer sind allerdings unter zehn Jahre.“ Es ist bereits das vierte Treffen dieses Jahr. Bevor es losgeht, teilen Hülsenbeck und seine Helfer die Gruppe zunächst in zwei separate Kurse auf: in Anfänger und Fortgeschrittene. „Jeder kann dabei selbst entscheiden, wie fit er sich fühlt, um dann in der jeweiligen Gruppe mitzutrainieren “, erklärt Hülsenbeck, der in der Mannschaft des IHC Landau spielt.
Erst hinfallen, dann fahren
Egal ob blutiger Anfänger oder Fortgeschrittener, vor dem Fahren müssen die Teilnehmer erstmal lernen, wie sie richtig hinfallen. Hülsenbeck, Lucas Hillenbrand von der aktiven IHC-Mannschaft und vier Spieler der U16 des Vereins führen vor, wie sie richtig fallen, um sich beim Sturz nicht zu verletzen. Die Kinder lassen sich reihenweise auf die Matten stürzen. Immer auf die Knie.
Die Eltern der Jungen und Mädchen sitzen entweder am Rand und bedienen sich beim Kuchenbuffet oder helfen ihren Kindern beim Fallen. Auch Aydin Tas sieht seinem Sohn zu. Der kleine Batuhan hat Spaß an der Veranstaltung. „Mein Sohn fährt von sich aus gerne Inliner. Wir haben das Angebot über Facebook gesehen, er war begeistert“, sagt der Papa. Er musste keinerlei Überzeugungsarbeit leisten, um an dem Kurs teilzunehmen.
Nach dem Fallen wird aber dann gefahren. Ob einbeinig, im Kreis, im Slalom oder rückwärts – die Kinder lernen verschiedene Techniken, immer unterstützt von einem der lizenzierten Trainer. In der Ecke ist ein kleines Hockeyfeld, wo sich jeder Teilnehmer ausprobieren kann. „Natürlich wollen wir uns hier auch als Verein präsentieren, unseren Sport bekannter machen und unsere Nachwuchsmannschaft vergrößern. Das hat bisher auch schon geklappt. Nach drei Laufschulen haben wir fünf neue Teilnehmer beim IHC“, berichtet Hülsenbeck. In erster Linie sei das Ziel der Laufschule allerdings, den Teilnehmern zu zeigen, wie sie auf acht Rollen sicher vorwärtskommen.
Der Aufschwung des Inliners und auch des Inline-Hockeys hängt laut Hülsenbeck auch mit den jüngsten Erfolgen des deutschen Eishockeys zusammen: „Wir sehen ja quasi genau so aus wie Eishockeyspieler, wenn wir spielen. Wenn Leute uns auf einem Plakat, im Internet oder in der Zeitung sehen, dann denken sie sich: Eishockey ist cool, das möchte ich auch mal probieren.“
Deutsche Nationalmannschaft als Vorbild
Der mediale Aufschwung des Eishockeys in Deutschland begann vergangenes Jahr, als die deutsche Mannschaft überraschend die Silbermedaille bei dem Olympischen Spielen gewann. Auf regionaler Ebene sorgte auch der Deutsche Meistertitel der Adler Mannheim für Schlagzeilen. „Mit Leon Draisaitl haben wir zudem einen deutschen Top-Star in der NHL“, sagt Hülsenbeck. Die amerikanische National Hockey League ist die stärkste Liga der Welt.
Wächst das Interesse am Rollenlaufgerät weiter, erhofft sich Hülsenbeck auch die Rückkehr eines fast in Vergessenheit geratenen Landauer Events: „Ich war früher immer bei der Skaternight dabei. Da habe ich das Inliner-Fahren gelernt. Es wäre schön, wenn es das in Zukunft wieder gäbe.“
Wie lange die Kinder die Laufschule brauchen, um sicher auf Inlinern zu stehen, sei individuell. „Wie bei anderen Sportarten auch gilt: Übung macht den Meister“, sagt Hülsenbeck. Die Inline-Laufschule macht jetzt erstmal Sommerpause. Im August bietet der IHC zwei Angebote im Ferienpass an, ab September wird dann wieder gemeinsam gefahren, gefallen und gelacht.