Landau RHEINPFALZ Plus Artikel In Landau mehr Wohnungen gebaut als zunächst geplant

Rund 800 Wohnungen sollen im 13 Hektar großen Quartier im Südwesten entstehen, hier der Siegerentwurf des Realisierungswettbewer
Rund 800 Wohnungen sollen im 13 Hektar großen Quartier im Südwesten entstehen, hier der Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs von Thomas Schüler aus Düsseldorf und Faktorgrün aus Freiburg. Das Model zeigt die Zufahrt in die Stadt, links die Wollmesheimer Höhe.

Die Stadt Landau hat in den letzten Jahren deutlich mehr Wohnungen gebaut als sie sich vorgenommen hatte: 2500 hätten es sein sollen. Doch die Nachfrage ist ungebrochen hoch – und die Preise steigen weiter.

In Landau schrillten alle Alarmglocken, als Ende 2015 die Inwis-Studie zur Wohnraumversorgung einen Bedarf von 2500 Wohneinheiten bis zum Jahr 2030 prognostizierte. Heute verkündet Oberbürgermeister Thomas Hirsch: „Wir können zufrieden sein, es ist mehr gemacht worden als damals erwartet.“

Zwischen 2015 und 2021 sind 1198 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern und 271 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern gebaut worden. Umbauten hinzugenommen, kommt die Verwaltung auf 2170 neue Wohnungen, davon 181 sozial gefördert. Für weitere 1042 Wohnungen wurden Baugenehmigungen ausgestellt. Die Verwaltung rechnet also in absehbarer Zeit mit über 3200 fertiggestellten Wohnungen.

Potenzial von 3600 Wohnungen

Allerdings ist die Nachfrage weiterhin groß. Die Verwaltung sieht sogar „ein theoretisches Potenzial“ von weiteren rund 2500 Wohneinheiten, die über den Flächennutzungsplan gesichert seien. Erweitert man diese Betrachtung um längerfristige Potenziale von über 21 Hektar, kommt die Stadt laut Tobias Joa vom Bauamt gar auf 3600 Wohnungen, inklusive Baulücken. Thomas Hirsch wird dem Bauausschuss am Dienstag eine Zwischenbilanz zum Wohnraumversorgungskonzept vorstellen.

In einem Pressegespräch vorab zeigte er sich zufrieden mit der Entwicklung. Sie gebe der Stadt ein Stück kommunaler Selbstverwaltung zurück, denn sie habe vieles steuern können. Auch die Sozialquote von 33 Prozent zeige mehr und mehr Wirkung. Durch größere Bauprojekte wie Kissel-Höfe, Wasgau-Quartier oder Stadtquartier Südwest werde wohl mindestens kompensiert, was bis 2026 aus der Mietbindung der Sozialwohnungen herausfalle; immerhin 187 Wohnungen. Nun gehe es darum, nachzuschärfen. Die Verwaltung stellt die Überlegung an, ob nicht die rein quantitative Betrachtung ergänzt werden müsse um eine genauere qualitative Betrachtung dessen, was in Landau geplant werde.

Preise steigen rasant

Wie die Stadt verdeutlicht, wurde für alle Bedarfe gebaut. Gleichzeitig sind aber die Mieten bei Neuverträgen seit 2014 um 31 Prozent auf 9,40 Euro im Schnitt gestiegen, Sozialwohnungen eingeschlossen. Eigentumswohnungen in Landau sind rund 47 Prozent teurer. Der Bodenrichtwert hat sich seit 2018 um 42 Prozent erhöht. Martin Messemer, Leiter der Finanzabteilung, und Bauamtsleiter Christoph Kamplade machten deutlich, dass sich der Zwischenerwerb von Grundstücken in den Stadtteilen und im künftigen Baugebiet Südwest als Steuerungsinstrument bewähre.

Info

Wer stärker ins Thema einsteigen möchte, dem seien die umfangreichen Sitzungsvorlagen zum Bauausschuss am Dienstag empfohlen, Homepage der Stadt unter www.landau.de unter Gremieninformationen. Die öffentliche Sitzung im Alten Kaufhaus beginnt um 19.30 Uhr.

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