Landau Im Garten Eden mit Annweiler Wurzeln

Geschäftsführer Gustav Kühner setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit.
Geschäftsführer Gustav Kühner setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit.

«Edenkoben.» Holz ist ein Rohstoff ohne Abfallprodukte, das hat sich das Unternehmen Span Service aus Annweiler-Gräfenhausen zunutze gemacht. Aus Altholz fertigt es Holzpellets zum Heizen, Briketts für den Grill, Hackschnitzel für Spielplatzbeläge, Rohstoffe für Taschentücher oder Toilettenpapier und noch vieles mehr. Während sich das 35.000 Quadratmeter große Werk in Gräfenhausen auf die Holzverarbeitung konzentrieren soll, wird in Edenkoben ein Standort für Blumenerde, Rindenmulch und Co. geschaffen. Zwölf verschiedene Produkte werden das Werk verlassen. Bereits seit 2012 ist Span Service im dortigen Gewerbegebiet angesiedelt. Allerdings hat das Unternehmen das zweigeteilte, insgesamt 12.000 Quadratmeter große Gelände zunächst nur als Lagerplatz und zum Abstellen des großen Fuhrparks von 25 Lkw genutzt. „Sukzessive haben wir hier ein neues Werk aufgebaut, das nächsten Montag oder Dienstag mit der Produktion beginnen wird“, freut sich Geschäftsführer Gustav Kühner über die Erweiterung. Im Annweilerer Stadtteil war Span Service an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Im dortigen Raum war kein weiteres Areal in passender Größe und für diesen Gewerbezweig zu kriegen. Denn bei Span rollen täglich viele Laster an. In Edenkoben wurde Familie Kühner fündig. Und die Nähe zur Verkehrsschlagader A 65 kommt sehr gelegen. Rund zwei Millionen Euro hat das Unternehmen in den neuen Standort investiert, der eine Anlage zur Herstellung von Rindenmulch und mehrere Lager- und Logistikhallen beherbergt. Das „Herzstück“ sei aber die Hochleistungsabpackanlage für Pellets, Mulch, Blumenerde oder Hackschnitzel. 1000 Säcke pro Stunde schaffe diese, berichtet Kühner stolz. Die Produkte werden nicht nur in Plastiksäcken verpackt, sondern auch in Recyclingfolie. Denn Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt für Kühner. „Wir versorgen uns über unsere Fotovoltaikanlagen. Die restliche Energie kaufen wir als grünen Strom zu“, berichtet er. Zudem hätten die Span-Laster modernste Motoren. „Unser Ziel ist es auch, Blumenerde auf torffreier Basis herzustellen“, erklärt Kühner. Denn den Abbau der nur sehr langsam wachsenden Torfmoore wolle er nicht weiter unterstützen. Mit Holzfasern könne ein Ersatzstoff hergestellt werden. Zudem werde der Torf meist aus Lettland oder Litauen herbeigekarrt. Lange Transportwege, das ist auch etwas, das Kühner vermeiden will. Deswegen setzt das Unternehmen mehr auf Regionalität. Bisher liefert es seine Produkte, besonders die Pellets, im Umkreis von 300 Kilometern bis nach Frankreich, Belgien und in die Schweiz. „Aber wir wollen uns regionaler aufstellen“, sagt Kühner. Das Unternehmen beziehe seine Rohstoffe im Umkreis von 100 bis 150 Kilometern. „In diesem Umkreis wollen wir auch vermarkten.“ Das kommt auch der Lkw-Auslastung zugute. Früher seien die Span-Laster mit rund 70 Prozent Leerkilometern gefahren, berichtet der Geschäftsführer. Mit der Einführung der Maut musste das Unternehmen umdisponieren. Oft fahren die Laster Span-Produkte aus und übernehmen auf dem Rückweg Transportdienstleistungen für Fremdfirmen wie eine Spedition. So habe die Leerkilometerquote auf 30 Prozent reduziert werden können. Mit dem neuen Regionalitätskonzept soll es so laufen, dass die Laster Span-Produkte an den Mann bringen und auf dem Rückweg Rohstoffe mitnehmen, die dann in den beiden Werken verarbeitet werden. Der Regionalitätsgedanke spiegelt sich auch in den neuen Marken von Span Service wider. „Garten Eden“ heißt die Blumenerde, „Pinus Palatinensis“ die Pinienrinde. „Ein Renner in Baumärkten bei Gartenfreunden“, weiß Kühner. Doch meist werde Pinienrinde aus Seekiefernholz hergestellt, das vom Mittelmeerraum lange Transportwege hierher habe. Warum nicht Pfälzer Kiefern verwenden?, dachte er sich und brachte das neue Produkt auf den Markt. Auch Waldholzpellets und Waldboden-Einstreu für Pferde- und Kleintierställe ergänzen das Angebot. Das Unternehmen, das seine Produkte an Handelgesellschaften, Bau- und Supermärkte vertreibt, hat auf dem Zweitgrundstück in Edenkoben ein zentrales Lager mit einer 15.000-Quadratmeter-Halle und Logistikzentrum geschaffen. Aktuell sucht Span Service noch nach Mitarbeitern für Edenkoben. 15 bis 20 Mitarbeiter werden dort arbeiten, wenn die Produktion angelaufen ist, überschlägt Kühner. In Annweiler sind 50 Mitarbeiter beschäftigt. Bisher erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von rund fünf Millionen Euro. Mit der Erweiterung soll eine weitere Million hinzukommen.

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