Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Hospizdienst-Erweiterung: Das soll der Umbau ermöglichen

In der Weißenburger Straße finden Besucher gestaltete Räume für Seminare und Trauergruppen vor.
In der Weißenburger Straße finden Besucher gestaltete Räume für Seminare und Trauergruppen vor.

Der Ambulante Hospizdienst in Landau begleitet seit Jahren Sterbende. Sein Sitz in der Weißenburger Straße wurde nun erweitert. Nicht nur Betroffene sollen profitieren.

In Würde und ohne Schmerzen sterben: Im Kern soll ein Hospiz das Menschen ermöglichen, die dem Tod entgegengehen. In Landau gibt es seit 1999 einen Ambulanten Hospizdienst des Vinzentius-Krankenhauses gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz. Sitz ist seit vielen Jahren der ehemalige Lagerraum des Stift in der Weißenburger Straße. Dort ist nun umgebaut worden.

Entstanden sind dank Spenden des Fördervereins auf 90 Quadratmetern zwei Räume für Seminare, Supervisionen und Begegnungen betroffener Erwachsenen und Kinder mit ihren Familien und Freunden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 215.000 Euro. Die neuen Räume wurden nun beim Tag der offenen Tür vorgestellt.

Unterstützung für Betroffene und ihre Familien

Sowohl der Erwachsenen- als auch der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Windspiel sind in der Weißenburger Straße untergebracht. Kurzfristig soll auch eine Trauergruppe für Jugendliche gegründet werden, wie Susanne Ziegler, Koordinationsverantwortliche des Zentrums, betonte. „So etwas gibt es hier im Umkreis noch nicht. Allerdings bräuchte es behindertengerechte Räume.“

Ziegler betonte, dass auch die Angehörigen der Betroffenen Unterstützung benötigten, besonders Geschwister von erkrankten Kindern. Langfristig plane das Hospizzentrum aber auch ein Trauerangebot für Erwachsene. „Unser Dienst wird enorm nachgefragt. Man hat einfach das Gefühl, dass die Probleme der Menschen komplexer werden, dass man ein breiteres Versorgungsnetzwerk schaffen muss.“

178 Erwachsene werden in der Südpfalz betreut

Aktuell arbeiten 79 ehrenamtliche Mitarbeiter und neun Teilzeitkräfte im Hospizzentrum, davon 65 im Erwachsenendienst, den es seit 1999 gibt. 23 arbeiten im Kinder- und Jugendhospizdienst, der 2020 gegründet wurde. Derzeit werden 30 Familien und 178 Erwachsene in der Südpfalz betreut. „Diese Räume bedeuten, dass es einen schönen Begegnungsort für Kinder und ihre Angehörigen gibt. Dafür braucht es einfach den nötigen Platz“, sagte Kathrin Seibert vom Kinderhospizdienst.

Helga Fuchs-Entzminger, eine langjährige Unterstützerin der Einrichtung, fand emotionale Worte. Sie habe die Hospizarbeit immer als Lebensschule empfunden. Für sie gehe es in erster Linie darum, zuzuhören und Nächstenliebe zu verbreiten. „Das sind Werte, die in unserer Gesellschaft vielleicht noch nie so sehr gebraucht wurden wie im Moment. Die Arbeit im Hospiz macht einen Unterschied – im Großen und im Kleinen“, sagte sie. Der Vorsitzende des Fördervereins, Dieter Weber, hob die positive Entwicklung des Hospizzentrums hervor.

Ein langdauerndes Nutzungsrecht wurde vereinbart, sodass das Gebäude für die nächsten 19 Jahre an das Hospizzentrum vermietet wird.

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