Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwasser-Angst bei Hausbesitzern: Experte rät zu Spezialklappen

Monteur Nico Theis hält eine Rückstauklappe in Händen.
Monteur Nico Theis hält eine Rückstauklappe in Händen.

Die Hochwasserkatastrophe hat vielen zu denken gegeben. Bürger fragen sich, ob sie ausreichend gegen ein Unwetter geschützt sind. Ein Landauer Rohr- und Kanaldienstleister rät, über eine Rückstauklappe nachzudenken. Was kann die?

Bei der Hochwasserkatastrophe an der Ahr sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen und hohe Schäden entstanden. Besonders gefährdet für solche Katastrophen sind Gebiete an Flüssen und Bächen, die es auch in der Südpfalz gibt. Laut Mathias Miller vom Landauer Rohr- und Kanaldienstleister Pipe Bull kommt es in der Region immer öfter zu Rückstauungen in der Kanalisation und damit auch zu Überschwemmungen in Wohngebieten.

Das Unternehmen hat besonders in jüngster Zeit vermehrt Anrufe von Kunden bekommen, die fragten, wie das verhindert werden kann. „Abhilfe schafft eine Rückstauklappe. Die regelt den Wasserfluss in eine Richtung. Das Wasser kann also aus dem Haus ablaufen, umgekehrt aber nicht im Falle eines Rückstaus einfließen“, sagt Miller.

„Leute sollten Unwetterwarnung nicht abwarten“

Nur die wenigsten Hausbesitzer wüssten, dass so eine Klappe das Gebäude bei Starkregen schützen kann und von den meisten Versicherungen sogar gefordert wird, wenn im Schadensfall Kosten übernommen werden sollen, sagt der Fachmann. „Deutschland ist gefährdet. Die Leute sollten nicht auf die Unwetterwarnung warten. Dann ist es vielleicht schon zu spät. Der Einbau einer Rückstauklappe braucht etwas Vorlaufzeit“, sagt Miller. „Die Leute sollten sich lieber proaktiv schützen. Die Folgeschäden können sonst erheblich höher sein.“

Die Rückstauklappe hat zwei Klappen und gibt es entweder in einer elektronischen oder einer mechanischen Variante. Miller vergleicht den Mechanismus mit Verschlüssen von Sporttrinkflaschen, die Luft und Wasser beim Draufdrücken hinaus lassen, jedoch nicht wieder hinein. In einem Video auf der Internetseite des Landauer Unternehmens wird das noch einmal genau erklärt.

Vermehrt Anfragen von Hausbesitzern

Wichtig ist es laut Miller aber nicht nur, die Klappe einbauen zu lassen, sondern auch diese zu warten. Denn auch wenn sie eingebaut ist, aber nicht richtig funktioniert, könne die Versicherung sich weigern, Kosten für Wasserschäden oder Schimmel zu übernehmen, sagt der Fachmann. „Die Rückstauklappe sollte jährlich gewartet werden.“

Seit der Hochwasserkatastrophe habe Pipe Bull vermehrt Aufträge bekommen und Rückstauklappen verbaut. Sonst kümmert sich das Landauer Unternehmen um die Sanierung, Reinigung, Inspektion und Dokumentation von Kanalleitungen und saniert zum Beispiel Rohre.

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