Landau „Hobby für jeden Geldbeutel“

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Knöringen. Viermal im Jahr treffen sich in Knöringen Männer und Frauen, die ein nach wie vor relativ stark verbreitetes Hobby pflegen. Sie halten und züchten Zierfische. Die Gelegenheit zum gemeinsamen Gedankenaustausch bietet ihnen der seit mehr als 50 Jahren bestehende Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde Südliche Weinstraße in seinem Heim nahe des Bahnhofes. Hier gibt es regelmäßig Zierfischbörsen.

Willkommen zum Plauschen, Tauschen und Kaufen sind nicht nur die zwei Dutzend Mitglieder meist mittleren Alters, sondern alle Freunde von „Mini-Garnelen & Co“. Bei den Anbietern der zwischen einem und 30 Zentimeter großen bunten Fische handelt es sich ausschließlich um Hobbyzüchter. 36 Becken stehen im Vereinsheim, aber bei den „Börsen“ wird derzeit nur eines genutzt. Der erste Vorsitzende Roland Schneider aus Edenkoben hält als einziger die Tradition des Verkäufers aufrecht. Er erinnert sich an Jahre, in denen die Aquarien nicht ausreichten und auch die Jugend in Scharen vorbeischaute. Die Aquarien- und Terrarienfreunde hätten gerne mehr Mitstreiter. „Leider fehlt uns heute die Jugend, die andere Interessen hat“, sagt Vorsitzender Schneider, der seit 2015 im Amt ist, vorher aber bereits viele Jahre schon zweiter Mann war. Menschen mit Freude an Aquaristik im Raum Landau gründeten den Verein 1963, kauften 1970 ein Wiesengelände in Knöringen und bauten sich ihr eigenes Heim, das seitdem Treffpunkt bei den Zierfischbörsen, bei Vortragsabenden und Festen ist. Einen zweiten Verein gleicher Ausrichtung gibt es in der Südpfalz nicht. Der selbstständige Malermeister hat in seinem Haus in Edenkoben mehrere Aquarien. Seit seiner Jugend pflegt er dieses „absolut schöne Hobby“. Es diene der Entspannung, aber auch dem Natur- und Artenschutz. Für den Besitzer von einigen hundert Zierfischen in den buntesten Farben aus verschiedenen tropischen und subtropischen Ländern ist es immer wieder „hochinteressant, die Tiere zu beobachten“. Wenn Roland Schneider bei der Zierfischbörse mit seinem Angebot an selbst gezüchteten Tieren mehrerer Größen aus sechs bis acht Arten präsent ist, steht er Interessenten auch als Berater zur Verfügung. Er weiß fast alles über die Fische, wie sie gehalten werden müssen, welches Futter sie brauchen, was sie kosten, wie alt sie werden (bis zu 40 Jahre). Ist das Ganze ein teures Hobby? Der Vorsitzende verneint die Frage sofort. Im Gespräch nennt er beispielhaft Zahlen und Fakten. Ein Vater, der seinem Sohn ein Aquarium einrichten will, muss dafür weniger Geld ausgeben, als würde er für seinen Sprössling ein Mountainbike anschaffen. Ein Aquarium für Anfänger kostet 100 bis 150 Euro, für die Grundausstattung an Fischen sind 30 bis 40 Euro aufzuwenden. Trockenfutter ist im Laufe der Jahre sogar billiger geworden. „Dieses Hobby ist für jeden Geldbeutel erschwinglich“, versichert Schneider. Bei der Zierfischbörse des Vereins kosten die Tiere zwischen einem und zwölf Euro, je nach Fischart. Für ausgefallene Exemplare werden im Handel bis zu 1000 Euro verlangt. Diejenigen, die im Kopf die Idee entwickeln, sich ihre Tiere aus öffentlichen Gewässern zum Nulltarif selbst zu besorgen, warnt Schneider: „Das ist verboten.“ INFO —Das Vereinsheim der Aquarien- und Terrarienfreunde SÜW befindet sich am Bahnhof Knöringen. Zufahrt über die Wiesenstraße, parken an der Erdölpumpe, Fußmarsch 200 Meter. Ansprechpartner ist Vorsitzender Roland Schneider, Telefon 06323 2452. —Die nächsten Zierfischbörsen sind am 2. April, 8. Oktober und 3. Dezember, jeweils 14 bis 17 Uhr. Eine Anmeldung nicht nötig.

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