Landau Heiße Zeiten ohne Hauptamt

Sehr gut besucht war am Samstag die Feuerwache in der Haardtstraße, wo in diesem Jahr die Verbandsversammlung des Regional-Feuerwehrverbandes Vorderpfalz stattfand. Die Zukunft der Wehren bereitet den Aktiven Sorge. Der Nachwuchs fehlt. Verbandsvorsitzender Hans-Georg Balthasar (Landau) stellt in seinem Bericht fest: Ohne Hauptamtlichkeit ist eine funktionierende Struktur nicht zu halten.
Balthasar erinnerte an das „stetige Bemühen“, Jugendliche für die Arbeit bei der Feuerwehr zu begeistern. „Auch im vergangenen Jahr konnten wir an der Berufsbildenden Schule Germersheim den erfolgreichen Abschluss mehrerer Jugendlicher im Wahlfach ,Feuerwehr’ auszeichnen“, sagte der Verbandschef. Er betonte, dass Mitglieder des Verbandes die Schulungen mit den Jugendlichen leiteten. Balthasar lobte auch die Gründung der Bambini-Feuerwehrgruppen in Landau und Annweiler.
Doch die Zukunft sorgt ihn: „Wir werden aufgrund des demografischen Wandels um ein Umdenken auch im Bereich der Freiwilligkeit mittelfristig nicht herumkommen, ohne eine hauptamtliche Struktur. Gerade im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr wird dieses System zukünftig nicht mehr funktionieren“, warnte Balthasar. Er leugne nicht die schlechte Haushaltslage vieler Kommunen, „aber ich denke, dass hier eine Abwägung in der Gewichtigkeit bestimmter Belange notwendig ist, Feuerwehr bedeutet Sicherheit und Sicherheit ist die tragende Säule für alle weiteren Belange einer Gemeinde“.
Der Verbandstag war auch geprägt von Fachbeiträgen: Dave Paulissen von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz sprach über die Gefahren bei Rettungsmaßnahmen in großen Höhen und Tiefen, „wo sich unsere Feuerwehrleute bestens bewährt haben“. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Frank Hachemer, berichtete aus dem Verbandsgeschehen. Stefan Bruck von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen schilderte die erfolgreiche Bekämpfung eines Großbrandes in Ludwigshafen. Landesfeuerwehrinspekteur Hans-Peter Plattner meinte ebenfalls, „dass unser Ziel heißen muss: Statt Freiwilligkeit muss bei der Feuerwehr die Hauptamtlichkeit gefordert werden“. Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Götz (Landau) erzählte über das Projekt „Mobile Übungsanlage Binnengewässer“.
Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (SPD) dankte den Wehrleuten für ihren „großartigen Einsatz in all den Jahren, in denen sie Leben retteten und dafür sorgten, dass bei Bränden die Schäden so gering wie möglich gehalten wurden. Sie machen sich Jahr für Jahr durch Ihre großartige, selbstlose Arbeit für unsere Gesellschaft besonders verdient.“