Landau Glimpflich ausgegangen

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Die Landauer Feuerwehr wurde um 19.13 Uhr alarmiert, gegen 3 Uhr war der Einsatz für sie abgeschlossen. Nach Angaben von Pressesprecher Michael Bumb brannte es in einem etwa 300 Quadratmeter großen und bis zu drei Meter hohen Haufen aus Altreifen. Diese lagen zur Zerkleinerung vor einem Schredder bereit. Die Landauer Wehr war mit 60 Kräften im Einsatz. Neun Mann aus Herxheim unterstützten sie mit einem Fahrzeug mit Atemschutzgeräten. Nach etwa einer Stunde habe sie das Feuer so weit unter Kontrolle gehabt, dass es sich nicht weiter ausgebreitet habe, nach etwa zwei Stunden sei es weitgehend gelöscht gewesen, so Bumb. Danach hätten Mitarbeiter des Betriebs und die Wehr den Reifenhaufen auseinandergezogen und weiter abgelöscht. Bagger mit Greifern tauchten noch schwelende Reifen in einen mit Wasser gefüllten Container. Gegen 23.30 Uhr wurde das Gros der Wehrleute abgezogen, die Nachlöscharbeiten und Brandwache zogen sich aber noch bis 3 Uhr hin. Es sei der Feuerwehr gelungen, ein Übergreifen des Brandes auf eine Produktionshalle – einst ein Heizwerk der Gummi-Mayer-Fabrik zur Reifenrunderneuerung – zu vermeiden. Diese wurde nach Bumbs Angaben nur an der Fassade beschädigt. Laut Polizei wurden die Schredderanlage zerstört, zwei Bagger und die Fassade beschädigt. Aufgrund der großen Hitze sei der Qualm senkrecht aufgestiegen und erst stark verdünnt wieder abgesunken, sagte Feuerwehrsprecher Bumb. Schadstoffmessungen hätten keine erhöhten Werte ergeben. Vorsorglich sei das Personal eines Kaufhaus, von Verbrauchermärkten im Süden der Stadt und der Festhalle gebeten worden, ihre Lüftungsanlagen abzuschalten. Eine Radiowarnung, Fenster und Türen geschlossen zu halten, sei nicht erforderlich gewesen. Bumb bestätigte Aussagen eines Nachbarn, dass die Wasserversorgung nicht einfach war. Eine Ringleitung in den Straßen im Justus und Im Grein habe nicht ausgereicht, um drei Hydranten zu versorgen; der Löschzug aus Nußdorf habe daher noch eine Schlauchleitung aus dem Bereich Opel-Holz aufgebaut. Als positiv bezeichnete es Bumb, dass die Reifenstapel durch breite Schneisen getrennt seien. Daher sei die Gefahr des Übergreifens der Flammen gering gewesen. Der Umweltbeigeordnete Rudi Klemm (FWG) sagte, wegen des befestigten Firmengeländes sei vom Löschwasser keine Gefahr ausgegangen. Die Kläranlage sei informiert worden. Gestern waren ein Brandermittler der Kriminalpolizei und ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Sachverständiger vor Ort. Sie haben keine Anzeichen für einen technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung gefunden. Der Brand habe offenbar in der Schredderanlage begonnen. Am wahrscheinlichsten sei daher, dass sich Metallteile aus dem Schreddergut erhitzt und ein Glutnest gebildet hätten. Bei dem Betrieb handelt es sich um die Kurz Karkassenhandel GmbH, einen Entsorgungsfachbetrieb, der laut Internet auf die Aufbereitung gebrauchter Reifen (Karkassen) und auf die Entsorgung von Altreifen und Gummi spezialisiert ist sowie mit gebrauchten Reifen handelt. Das Unternehmen beschäftigt in Landau und Wendlingen rund 35 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben einer der größten Altreifen- und Altgummientsorgungsbetriebe in Europa. Gummireste werden unter anderem zermahlen und als Brennstoff verkauft, aber beispielsweise auch zu Fallschutzmatten auf Spielplätzen verarbeitet. Das Unternehmen war gestern nicht zu Auskünften bereit. Es teilte lediglich auf seiner Homepage mit, dass 25 Tonnen Altreifen angebrannt seien. An anderer Stelle schreibt es dort: „Altreifen, die einfach verbrannt werden, verschmutzen die Atmosphäre mit Rauchgasen und Chemikalien. Altreifenbrände lassen sich nur sehr schwer löschen – deswegen ist eine professionelle und verantwortungsvolle Lagerung (...) unbedingt erforderlich.“ 1959 und 1962 hatte es zwei Großbrände auf einem Reifen-Lagerplatz von Gummi-Mayer in Landau gegeben, zweimal hatte es auch im Zweigwerk in Weißenburg gebrannt. Das 1968 im Horst errichtete Runderneuerungswerk war 1996 geschlossen worden. (boe)

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