Landau Gesundheit stärken

Kraft tanken an der frischen Luft: Der Tschernobyl-Kreis stellt ein Freizeitprogramm auf die Beine.
Kraft tanken an der frischen Luft: Der Tschernobyl-Kreis stellt ein Freizeitprogramm auf die Beine.

Es ist längst zur Verständlichkeit geworden, dass die katholische Gemeinde St. Pankratius Kinder aus der Nähe von Tschernobyl einlädt. Zum 27. Mal kommen rund 30 Kinder mit ihren Betreuern in den Sommerferien nach Berghausen, um sich zu erholen und ihre Gesundheit zu stärken.

Der Tschernobyl-Kreis der Pfarrgemeinde sucht für zwei Wochenenden – 7. bis 9. und 14. bis 16. Juli – weitere Gasteltern. „Sechs Gastfamilien fehlen noch“, sagt Paul Neumann, Vorsitzender des Tschernobyl-Kreises. Wochentags sind die Mädchen und Jungen im Pfarrheim untergebracht. An den Wochenenden sollen sie erleben, wie die Menschen in Deutschland leben. Jeweils zwei Kinder wohnen bei einer Familie. Die Gäste aus Weißrussland sind kranken-, unfall- und haftpflichtversichert. Das schwere Reaktorunglück hat sich vor 31 Jahren ereignet, wirkt aber bis heute nach. „Die Kinder kommen aus verstrahlten Gebieten, wo sie eigentlich nicht leben dürften“, berichtet Paul Neumann über die Sommergäste. Tschernobyl liegt zwar in der Ukraine, aber nah an der weißrussischen Grenze. Weißrussland war vom Unglück besonders stark betroffen, denn dort ging ein Großteil der entwichenen Radioaktivität nieder. „Es ist eine heimtückische Katastrophe, man riecht nichts, man kann die Strahlung nicht anfassen, aber sie ist einfach da“, macht Neumann deutlich. Die Kinder haben ein schwaches Immunsystem und kommen auf ärztliche Empfehlung nach Berghausen, sind aber nicht akut krank, betont er. 1991 besuchten zum ersten Mal Kinder aus Weißrussland Berghausen. Die Idee für diesen Erholungsaufenthalt hatten Neumann und andere Gemeindemitglieder ein Jahr zuvor aus dem polnischen Oppeln mitgebracht. St. Pankratius und die dortige Domgemeinde sind partnerschaftlich verbunden. Bei einem Besuch in Oppeln wurden die Pfälzer auf Kinder aus Tschernobyl aufmerksam, die sich in der Nähe erholten. Die Caritas unterstützte dieses Projekt und griff auch dem Berghäuser Vorhaben zum Start finanziell unter die Arme. Inzwischen kümmert sich die katholische Gemeinde um die Finanzierung. Die Kosten von jährlich rund 16.000 Euro für den Erholungsaufenthalt werden durch Spenden, Benefizveranstaltungen sowie kommunale und Landesmittel aufgebracht. Knapp drei Wochen verbringen die Mädchen und Jungen hier. Dieses Mal kommen sie am 29. Juni an und verabschieden sich am 19. Juli. Sponsoren wie Restaurants, Vereine, Unternehmen, Landrat und Bürgermeister laden zum Essen ein. Der Tschernobyl-Kreis stellt ein Freizeitprogramm auf die Beine. Mit Sport und Wanderungen sollen sie Kraft an der frischen Luft tanken. Info — Anmeldung für Gasteltern bei Paul Neumann, Telefon 06232 82993, oder Bernhard Sowodniok, Telefon 06232 84482 —Spenden an die Katholische Kirchenstiftung, Volksbank Kur- und Rheinpfalz, Verwendungszweck: Spende „Tschernobyl-Kinder“, IBAN: DE 62 5479 0000 0000 2744 61

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