Landau / SÜW Geringes Interesse an Weinmesse: Die Luft ist raus
An den Machern der Weinmesse Landau-Südliche Weinstraße liegt es ganz sicher nicht, dass die Veranstaltung an Zuspruch eingebüßt hat. Nach Corona wurde gar ein neues Konzept gestrickt, mehr Erlebnis eingebunden. Der zweitägige Termin wurde in Weinerlebnis umbenannt. Letztlich haben die Ideen nicht gefruchtet. Die beiden Weinpartys am Abend waren zwar gut besucht, aber viele Winzer kamen nicht auf ihre Kosten.
Aus dem Weinerlebnis wurden klammheimlich wieder die Weintage, auch wenn der neue Name blieb. Man kehrte ins angestammte Domizil in der Altstadt zurück. Nun sind es am Wochenende weniger als die Hälfte der Aussteller gewesen als in den guten Zeiten der Messe. Es waren auch nur zwei VdP-Weingüter am Start. Aber Winzer berichten von sehr interessierten Besuchern, darunter auch viele junge Leute. Wenn das zählt, dann hat die Messe wohl an Zuspruch, nicht aber an Bedeutung verloren.
Beratung steht auch für viele Weingüter im Mittelpunkt, die eigene Jahrgangsverkostungen anbieten oder in Supermärkten Kundenkontakte suchen. Hoffeste mit Kunst und Musik gibt es mittlerweile ebenfalls. Und natürlich andere Messen zuhauf. Haben sich die Weintage überholt, weil Winzer andere Termine nutzen, um von sich reden zu machen?
Die Veranstaltungsgesellschaft jedenfalls hat die Schmerzgrenze definiert. Sollten es 2026 weniger als 45 Anmeldungen sein, wird die Veranstaltung abgeblasen. Ob sie überhaupt aufgerufen wird, ist noch zu entscheiden. Denn neben den finanziellen Aspekten einer solchen Messe sollte auch berücksichtigt werden, dass Weintage im Abseits keine gute Werbung für die Region sind. Dann sollte die Veranstaltungsgesellschaft lieber noch intensiver außerhalb der Pfalz für Südpfälzer Winzer werben.
