Landau Gemeinsam musizieren lernen
Blasmusik ist alles andere als angestaubt. Wer das trotzdem glaubt, hat den Musikverein (MV) Berghausen noch nicht erlebt. Die Bläser entlocken ihren Instrumenten nicht nur klassische und Kirchenmusik, sondern auch Pop, Rock und Swing.
Neben der Musik sind die Vereinsmitglieder bunt gemischt: Frauen und Männer spielen zusammen, das jüngste Mitglied ist 18, das älteste 80 Jahre alt. Den MV Berghausen zeichnet auch seine Nachwuchsarbeit aus: In Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule ist vor einem Jahr die erste Bläserklasse an der Grundschule Berghausen gestartet, jetzt beginnt die zweite Gruppe. Katharina Knoch vom MV-Vorstand schwärmt von den Bläserkindern. Nach nur wenigen Monaten absolvierten sie im Frühjahr ihren ersten Auftritt beim MV-Konzert, berichtet sie. Vor kurzem durften die Schüler beim Berghausener Martinsumzug Musik machen. Da waren nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen stolz. Werner Spranz, der Dirigent der Berghausener Bläser, hatte diese Form der Nachwuchsarbeit angestoßen. Die Kreismusikschule war mit im Boot, bei der Grundschule stieß das Vorhaben auf offene Ohren. Die Bläserklasse findet im Rahmen der Ganztagsschule statt, ist aber offen für alle Kinder, betonen die MV-Bläser. Während die Musikschullehrer mit den Kindern in Kleingruppen üben, übernimmt der MV die Ensemble-Arbeit. Gemeinsam lernen, lautet das Ziel in der Bläserklasse, Einzelunterricht gibt es nicht. Aber nicht nur junge Menschen finden in Berghausen zur Blasmusik. In den MV-Reihen befinden sich auch Ältere, die erst seit zwei Jahren ein Instrument spielen. „Viele trauen sich nicht“, bedauert Tenorsaxophonistin Katharina Knoch. Sie und Martin Sternberger wollen Einsteigern Mut machen. „Einfach mal dienstags zur Probe vorbeikommen und zuhören“, empfiehlt der Vereinschef, der selbst Euphonium spielt. Eine ganze Reihe von Instrumenten sorgen beim MV für den raumfüllenden Wohlklang: von Querflöte über Saxophon und Klarinette über Trompete, Flügel-, Wald- und Tenorhorn bis hin zu Euphonium, Posaune, Tuba, Schlagzeug und Percussion. Allerheiligen, St. Martin, Volkstrauertag, Weihnachtsmarkt: Der November mit zahlreichen Terminen liegt nun hinter den Musikern. Das ist aber kein Vergleich zum Juni und Juli, meint Vereinsvorstand Sternberger. Im Sommer absolvierten die MV-Bläser nahezu jedes Wochenende zwei Auftritte. Derzeit bereiten sich die Musiker schon auf ihr Konzert im Mai vor. „Da sind schwere Stücke dabei“, erklärt er und Katharina Knoch ergänzt: „Das braucht Zeit.“ Vor drei Jahren sind die MVler von ihren Vereinsräumen im alten Bürgermeisteramt beim Zehnthaus in das ehemalige Vereinsheim des Rauch- und Schießclubs in der Großen Hohl gezogen. Die Frauen und Männer steckten viel Arbeit und Geld in den Bau, renovierten und sanierten das Gebäude. Mit ihrem neuen Heim sind sie sehr zufrieden. „Hier eröffnen sich neue Möglichkeiten“, sagt Sternberger. Es biete mehr Platz zum Musikzieren und für Veranstaltungen. Info www.mvberghausen.de, Proben: dienstags, 19.30 Uhr, im Vereinsheim in der Großen Hohl |yvw