Landau Fliegender Wechsel

Tyke (unten) soll jetzt im Landauer Zoo für Nachwuchs sorgen. Oben ein Gepard in der Aufzuchtstation in Shajah.
Tyke (unten) soll jetzt im Landauer Zoo für Nachwuchs sorgen. Oben ein Gepard in der Aufzuchtstation in Shajah.

Im Landauer Zoo gab’s einen fliegenden Wechsel im Gepardengehege. Für die in Landau geborenen Sudan-Geparden-Jungtiere Arumbi und Marabi ging es zum Frankfurter Flughafen und von dort in die Vereinigten Arabischen Emirate nach Sharjah.

„Für einen eher kleinen Tierpark wie den Landauer Zoo ist so ein internationaler Tiertransport schon mit riesigem Aufwand verbunden“, berichtet Zooleiter Jens-Ove Heckel. Morgens um 6 Uhr mussten die beiden Tiere komplett „verpackt“ bereit stehen, um von einem Frankfurter Tiertransportunternehmen abgeholt zu werden. Die Transportkisten wurden eigens für sie angefertigt. Auch beim Einstreu für die Boxen musste improvisiert werden. Die Fluggesellschaft erlaubte nämlich keine Naturprodukte für diesen Zweck. Kurzerhand wurden deshalb Altpapierschnipsel aus Edenkoben beschafft. Außerdem mussten im Vorfeld die Tiere untersucht und Genehmigungen eingeholt werden. Das „Verpacken“ der Tiere sei dann weniger kompliziert gewesen: „Der Transport hat komplett ohne Betäubung geklappt, die Tiere sind freiwillig in die Boxen gelaufen“, sagt Heckel. In der Tierstation des Frankfurter Flughafens wurden Arumbi und Marabi aufs Rollfeld verladen. „Dann hieß es Daumen drücken und auf die erlösende E-Mail aus Sharjah warten, dass die Tiere gut angekommen sind“, verrät der Zoochef. Es ist alles gut gegangen und die beiden können zukünftig in Sharjah in einem Zuchtzentrum für bedrohte Wildtiere für gesunden Nachwuchs sorgen. Diese Aufgabe soll in Landau das Gepardenmännchen Tyke übernehmen. Tyke war per Autotransport aus dem niederländischen Tierpark Amersfoort gekommen. Er soll sich nun in Landau zum ersten Mal fortpflanzen. Mit seinen zwölf Jahren ist es wahrscheinlich seine letzte Chance, Vater zu werden. Als Mutter seiner Kinder ist das Landauer Weibchen Shaina vorgesehen. Im Gegensatz zu Tyke hat sie bereits Elternerfahrung gesammelt: Zweimal hat sie erfolgreich Nachwuchs zur Welt gebracht und aufgezogen. Sie ist auch die Mutter von Arumbi und Marabi. Hinter der Austauschaktion stecken Bemühungen um den Artenschutz. Der Sudan-Gepard ist eine im nordöstlichen Afrika verbreitete, vom Aussterben bedrohte Unterart des Geparden. Um ihn vorm Aussterben zu bewahren, wird er in Zoos gezüchtet. In Deutschland allerdings nur in Berlin und Landau. Die geringe Anzahl der Tiere macht den internationalen Austausch notwendig. Denn nur so kann Inzucht vermieden werden. Und wie läuft’s zwischen Shaina und Tyke? Laut Zoodirektor Heckel zeigt die Katze großes Interesse an ihrem neuen Gefährten. Kater Tyke ist aber noch schüchtern. Obwohl die beiden die einzigen Geparden in Landau sind, besteht nur Hoffnung auf gemeinsamen Nachwuchs, wenn es zwischen ihnen funkt.

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