Landau Fast so gut wie das Hotel Mama

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Es hat knapp 17000 „Kunden“ an vier Hochschulstandorten und einen Jahresetat von sieben bis acht Millionen Euro, und es kümmert sich um nahezu alles, was jungen Leuten den Start ins Studentenleben erleichtert: vom Essen bis zum Dach über dem Kopf. Das Studierendenwerk in Landau ist ein weithin unbekanntes Großunternehmen.

Das Logo könnte auch das einer Getriebefabrik sein: vier Zahnräder, die ineinander greifen. Es steht aber nicht für einen Maschinenbaubetrieb, sondern für das Studierendenwerk in Landau, bei dem ebenfalls viele Zähne ineinandergreifen müssen, „damit Studieren gelingt“. So lautet der Slogan des Studierendenwerks Vorderpfalz, das sich um die Uni- und Fachhochschulstandorte Landau, Ludwigshafen, Worms und Germersheim kümmert. Neben guter Lehre ist es vor allem ein Dach über dem Kopf, was die jungen Leute am Hochschulstandort brauchen, schildert Geschäftsführerin Alexandra Diestel-Feddersen, „Hausherrin“ von fast 700 Wohnheimplätzen an den vier Standorten. Die frühere Unterversorgung in Landau sieht sie weitgehend beseitigt, insbesondere dann, wenn zum Wintersemester auch noch ein Neubau mit 173 Plätzen im Quartier Vauban fertig ist. Tatsächlich gibt es gar freie Wohnheimplätze in Landau und Germersheim. Auch in Worms wird ein Wohnheim für 131 Studenten gebaut. Insgesamt hält das Studierendenwerk für acht Prozent aller Studenten kostengünstige Wohnheimplätze bereit. Vorrang genießen dabei „nicht so gut gestellte Studierende von weiter weg“, sagt Diestel-Feddersen – so sehe es der Sozialauftrag des Studierendenwerks vor. Heute haben bundesweit etwa fünf Prozent aller Studenten Kinder – eine zusätzliche Herausforderung für das Studierendenwerk, denn auch die wollen betreut sein. So hat das Werk 2011 die „Villa Unibunt“ auf dem Landauer Campus übernommen und auf vier Gruppen erweitert, so dass dort nun 57 Kinder betreut werden können (auch die von Beschäftigten), 2012 wurden in Germersheim zwei Gruppen übernommen, 2013 zwei Gruppen in Worms eingerichtet, „und wir planen zwei Gruppen in Ludwigshafen“, so die Geschäftsführerin. „Ein voller Bauch studiert nicht gern“, sagten die alten Lateiner. Das gilt aber auch umgekehrt, weshalb das Studierendenwerk sich auch um die Verpflegung der jungen Menschen kümmert und Mensen sowie Cafeterien an allen Standorten unterhält. „Wir geben jährlich etwa 500.000 Essen aus; in Landau sind es bis zu 1300 an Spitzentagen“, weiß Diestel-Feddersen – und das zu nur 2,20 Euro. Gut angenommen wird die neue Menülinie „Mensa vital“ dienstags und donnerstags in Germersheim, Landau und Worms, der Gegenpol zu Schnitzel und Pommes. Dabei kommen besonders vitaminreiche, naturbelassene und kalorienarme Gerichte auf den Tisch; der Hauptgang hat nur 750 Kalorien. In Ludwigshafen steht eine Erweiterung des Campus bevor. Dabei werden auch eine neue Mensa und Cafeteria gebaut, die 2019 bezugsfertig sein sollen. Ein weiterer Mosaikstein bei den Unterstützungsangeboten ist die Sozialberatung für Studenten mit Problemen. So können dank eines Hilfsfonds finanzielle Notlagen durch Jobverlust oder Todesfälle in der Familie überbrückt werden, oder das Studierendenwerk leistet Hilfe bei Prüfungsängsten, Essstörungen oder Depressionen. „Der Bedarf nimmt zu“, sagt die Geschäftsführerin und führt dies auf die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge zurück, die den jungen Leuten wohl gefühlt mehr Stress machten als Studierenden früherer Generationen. Vor allem kämen die Studenten heute jünger und vielleicht etwas unselbstständiger an die Uni. Quasi als Ausgleich betreibt das Studierendenwerk auch Kulturförderung, wenn es Aktivitäten der Studierenden vom Konzert bis zum Beachvolleyballturnier fördert.

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