Landau „Für uns eine Nummer zu groß“

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Landau und das Haus Südstern haben die bei der RPR1-Bürger-Weltmeisterschaft gewonnene Fußball-WM-Halbfinal-Übertragung als Public Viewing abgesagt. Der Schule war die Veranstaltung eine Nummer zu groß, und der Verein Südstern bekam für die Party auf seinem Gelände an der Weißenburgerstraße keine Genehmigung von der Stadt. Auf Facebook wurde dies zum Teil deftig kommentiert.
Mitte Mai war der Jubel groß in Landau: Beim RPR-Wettstreit kamen Schule und Verein zu Weltmeisterehren, wie sechs weitere unter 21 Gemeinden. Der Rundfunksender versprach eine WM-Public-Viewing-Party im Wert von 10.000 Euro, mit 16 Quadratmeter-Leinwand, Soundanlage und DJs. Eines der Halbfinale am 8. oder 9. Juli hätte übertragen werden sollen. Ralf Haug, Schulleiter der IGS, dachte an eine Schulveranstaltung. „Wir laden die Südsternler ein und verteilen Karten.“ Doch dann habe sich das alles ganz anders angehört. Sicherheitskräfte, Toilettenwagen, Catering, Bewachung – Haug klingelten die Ohren. „RPR macht es sich relativ leicht. Die bringen was mit, bauen was auf und haben sechs Hostessen dabei. Den Rest kannst du selbst schultern.“ Er sei zu blauäugig an die Sache herangegangen, räumt der Schulleiter ein. An einer Schulveranstaltung habe der Sender kein Interesse gehabt, alles andere aber war Haug eine Nummer zu groß. „Schade.“ Das ist Reaktion von Armin Schowalter. Der Leiter des Hauses Südstern ist etwas enttäuscht, dass die Stadtverwaltung seinen Antrag, die WM-Party auf dem Vereinsgelände an der Weißenburgerstraße zu genehmigen, vor drei Wochen abgewiesen hat. „Ich hätte mir da etwas mehr Mut gewünscht. Wenn man wenig Mut hat, kann man auch nicht so viel erreichen für ein Wir-Gefühl.“ Schowalter vermutet, dass die Stadt mit Rücksicht auf die schwierige Nachbarschaft am Haus Südstern abgewunken hat. Die Grünfläche am Haus biete zwar Platz genug, die Nutzung aber sei immer wieder umstritten. Schowalter hätte sich die WM-Party zugetraut: „Wir haben Erfahrungen mit größeren Veranstaltungen.“ Die Stadt betonte gestern, der Standort an der Weißenburgerstraße sei für ein Public Viewing in diesem Ausmaß nicht geeignet. Bei erwarteten 4000 Besuchern müssten Parkplätze und Toilettenanlagen nachgewiesen werden. Schließlich führt die Verwaltung die Lage an einer der Hauptverkehrsstraßen am Ortsausgang mit hohem Gefährdungspotenzial ins Feld, was vor und nach dem Spiel relevant sei. „So ein Scheiß. War wohl nix. Landau halt.“ – „Typisch Landau!!!!! Bekommt nix zustande.“ – „Peinlich.“ – „Sehr armselig.“ Das sind nur einige der vielen Reaktionen auf einen Bericht der Online-Zeitung „Pfalz Express“ auf Facebook. RPR wird seine Leinwand nun in Alzey aufbauen. Schulleiter Haug versucht, dem Ganzen das Positives abzugewinnen. Der Wettbewerb sei eine gute Gemeinschaftsaktion gewesen. Das will er mit Kollegium und Kindern am Dienstagvormittag auf seine Weise feiern. (sas)