Landau Für das Historische im Einsatz

Am Eingang des Museums für Weinbau und Stadtgeschichte hängt ein Schild. „Wir haben geöffnet“ steht auf diesem groß und deutlich geschrieben. Als eines von wenigen Heimatmuseen in der Region hat die Einrichtung in Edenkoben noch zu regulären Öffnungszeiten geöffnet - obwohl die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen sind. Waren es in den 90er Jahren noch bis zu 4500 Besucher, die über die Türschwelle des historischen Gebäudes traten, waren es im vergangenen Jahr noch rund 2000. Ohne die zahlreichen Sonderveranstaltungen und Ausstellungen wären es nur wenige Hundert gewesen. Was tun, fragte man sich zuletzt im Heimatbund Edenkoben. Sollte man das Museum nur noch bei Bedarf öffnen? Vereinsvorsitzender Dieter Beiersdorf erzählt: „So lange es möglich ist, möchten wir an den regulären Öffnungszeiten festhalten.“ Dafür benötigt der Verein ehrenamtliche Kräfte, die samstags und sonntags jeweils für drei Stunden zur Verfügung stehen, um Besucher im dreigeschossigen Gebäude zu empfangen. Unter den rund 300 Vereinsmitgliedern dürfte es doch welche geben, die das machen, könnte man meinen. „Doch so einfach ist das nicht“, sagt Beiersdorf. Etwa die Hälfte von ihnen würde derzeit im Ausland leben, die andere Hälfte könne aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht. Beiersdorf, der seit anderthalb Jahren das Zepter im Verein schwingt, sagt: „Wir sind auf Verstärkung angewiesen.“ Die gibt es noch. Auf einen Aufruf meldeten sich zuletzt vier Interessierte. Unter ihnen Rolf Baumann, ein gebürtiger Edenkobener. „Ich engagiere mich gerne dafür, um das Historische zu bewahren und weiterzugeben“, sagt er. Der Weyherer wird künftig Besucher bei Bedarf durch das Haus zu führen. Durch die acht Räume, in denen unter anderem Urkunden, Malereien, Stadtpläne, ein Phonograph sowie alte Küchen- und Haushaltsgeräte zu sehen sind. Im Keller kann sich dagegen über den Weinbau und die Kellerwirtschaft sowie das Handwerk in Edenkoben informiert werden. Wer Wissenswertes über die Historie der Stadt berichten kann, ist der Ehrenvorsitzende des Heimatbundes, Herbert Hartkopf. Der hat die Zeit mitbekommen, in denen Schulklassen regelmäßig ins Heimatmuseum strömten. „Das Interesse der Schulen ist jedoch stark zurückgegangen“, sagt Hartkopf. Dabei sei hier doch so viel historisch Wertvolles zu finden. Die Initiative, den Museumsbesuch in den Unterricht zu integrieren, müsse nicht nur von der Lehrerschaft ausgehen, wie Vereinsvorsitzender Beiersdorf anmerkt: „Auch wir vom Heimatbund müssen schauen, dass wir wieder verstärkt auf die Schulen zugehen.“ Abgesehen davon, dass für die Museumsaufsicht zuletzt Ehrenamtliche gewonnen werden konnten, kann Beiersdorf eine weitere erfreuliche Nachricht verkünden. Der Heimatbund hat jüngst eine Kunsthistorikerin dafür engagieren können, nebenberuflich die Exponate zu archivieren. Eine verantwortungsvolle Aufgabe in die Hände einer Expertin übergeben werden können. Info Museum für Weinbau und Stadtgeschichte, Weinstraße 107, 67480 Edenkoben, Telefonnummer 06323 81514, E-Mail: anfrage@museum-edenkoben.de. Öffnungszeiten (von April bis Dezember): mittwochs von 10 bis 12 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.