Landau Erst ins Glas und dann aufs Brot
Man erntet, was man sät – in diesem Fall haben die Schüler der Bienen-AG der Böhämmer-Grundschule in Bad Bergzabern Honig geerntet. Den haben sie zwar nicht direkt gesät, aber sie haben immerhin für die blumigen Leckereien der Bienen gesorgt. Als Belohnung gibt es nun leckeren Brotaufstrich.
„Man muss genau schaben“, erklärt der sechsjährige Viet seine Arbeit an den Wabenplatten aus den Bienenstöcken. Sein Kumpel Vladimir bestätigt dies mit konzentriertem Kopfnicken. Auch er ist dabei, die Waben auf den Rähmchen zu öffnen, damit gelb-goldener Honig rausfließen kann. Dazu braucht er ein Gerät, das aussieht wie ein kleiner Rechen. „Die Zeit des Erntens hat begonnen“, sagt Evelyne Mandery, Lehrerin und Leiterin der Bienen-AG. Und alle stehen Schlange, denn jeder will den Honig aus den wächsernen Wabengebilden „befreien“. 30 Platten mit Rähmchen müssen bearbeitet werden. So bleibt genug zu tun für die etwa zehn Kinder. Emma (7) gefällt die Arbeit: „Drei Bienenstöcke hat die Schule. Die müssen versorgt werden, damit wir dann so leckeren Honig ernten dürfen. Ich freu mich drauf.“ Mandery und ihre Helferin Siegrid Lohner haben einiges zu tun, um den Feuereifer der Kinder zu bremsen. Die Waben werden nicht nur „entdeckelt“, die bearbeiteten Rähmchen mit den geöffneten Wabenköpfen müssen dann noch in eine Schleuder, eine Zentrifuge, eingelassen werden. Von oben können die Kinder durch einen durchsichtigen Deckel sehen, wie der Honig aus den vorher geöffneten Waben herausgeschleudert wird. „Wie bei der Wäsche im Schleudergang. Aber danach gibt’s leckeren Honig und keine Wäsche“, sagt Katharina lachend. Die Kinder machen große Augen, wie schnell man Honig ernten kann. „Ein Vorgang dauert ungefähr zwei bis drei Minuten und das Ergebnis sieht man auch gleich. Das macht den Kindern viel Spaß, wenn sie den Honig rausfließen sehen. Da wird gleich probiert“, so Mandery. Bela, Akay, Viet und Perrygton sitzen derweil vereint um den Ausguss der Schleuder auf dem Boden und warten geduldig. „Jetzt geht’s los“, ruft Akay. Im gleichen Augenblick halten alle ihren Finger unter den Ausguss. Das Ergebnis stimmt die Jungs zufrieden. „Im Moment verarbeiten wir Blütenhonig. Der schmeckt den Kindern am besten. So ungefähr 20 Kilo bekommen wir aus den 30 Platten heraus“, berichtet die Lehrerin. Der Honig werde in Eimern gesammelt und kühlgestellt. Dann setzt sich der Honig und kann durch ein Feinsieb gelassen werden. „Danach kommt er gleich in Gläser und dann ab aufs Brot“, freut sich Bela. Im zweiten Bienenjahr ist die AG mit ihrem Projekt mittlerweile und alle sind begeistert von den Produkten der „Carnica“, wie sich die Bienenart nennt. Besonders die Vielfältigkeit der Bienenprodukte findet Mandery spannend. Das sei auch für die Kinder interessant. „Der Mensch genießt den Honig oder aus dem Wachs der Waben kann man Kerzen ziehen. Ein einzigartiges Tier“, findet die Leiterin der Bienen-AG. |alve