Landau Entscheidung für Altar oder Scheune

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Persönliche Wünsche und Ideen bestimmen zunehmend die Ausgestaltung von Trauzeremonien. Das trifft sowohl bei standesamtlichen als auch kirchlichen Trauungen zu. Pfarrer Arne Dembek, der seit einem Jahr die protestantische Pfarrei in Kandel gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Mirjam Dembek, leitet, bestätigt diesen Trend. Die Anzahl kirchlicher Trauungen habe im Vergleich zu früheren Jahrzenten abgenommen, sie gehöre nicht mehr automatisch dazu. Dass die Kirche von Brautpaaren heute dafür umso bewusster gewählt werde, zeige sich vor allem an den fertigen Präsentationen mit genauen Vorstellungen, mit denen die Brautpaare an die Pfarrer herantreten. „Die Trauung wird so zu einer sehr individuellen Veranstaltung“, sagt Dembek. Mit fünf bis sechs Trauungen gab es im letzten Jahr „erstaunlich wenig“ Hochzeiten, bemerkt der Pfarrer. Ein ähnliches Bild zeichnet Pfarrerin Judith Geib aus Edenkoben, wo es mit zwölf Trauungen allerdings einen Trend nach oben gibt. Geib ist seit 20 Jahren im Dienst und stellt Veränderungen bei kirchlichen Trauungen fest: Hatte sie sich anfangs umfangreicher um die Ausgestaltung kümmern müssen, kämen Brautpaare mittlerweile sehr gut vorbereitet zu ihr. „Die bewusste Entscheidung zeigt sich in der Wahl des Bibelspruchs, der Fürbitten und der Lieder“, die von den Brautpaaren im Voraus ausgesucht werden, sagt Geib. Ideen und Wünsche ließen sich meist problemlos in die Zeremonie einbinden. Geib trifft sich vor der Trauung in der Regel viermal mit dem Paar. Bei den Treffen werde der Ablauf geprobt und Hilfestellungen gegeben, damit am Hochzeitstag keine Pannen auftreten. Kirchliche Trauungen sind dennoch seltener geworden, auch wenn in der katholischen Pfarrgemeinschaft Edenkoben, die zwölf Gemeinden zwischen Frankweiler und St. Martin umfasst, im vergangenen Jahr 52 Ehen kirchlich geschlossen wurden. In diesem Jahr sind es 43, von denen „die meisten Ehen allerdings von auswärtigen Brautpaaren geschlossen wurden, die gerne zu uns an die Weinstraße kommen“, sagt der zuständige Pfarrer Matthias Pfeiffer. Es sei eben nicht mehr selbstverständlich, eine kirchliche Feier zu wählen. Damit komme der standesamtlichen Zeremonie eine neue Bedeutung zu, berichtet Stefano Tedesco vom Standesamt Jockgrim. Ihm falle der Trend zur Betonung des Individuellen besonders in den Traureden auf, in welche zunehmend Persönliches wie das gemeinsame Hobby oder das Kennenlernen einfließe. Traureden erhielten so eine lustige, nachdenkliche oder auch romantische Note. Und auch der Ort gewinnt an Bedeutung, weshalb das Standesamt Jockgrim mit dem Trauturm, einer Polderscheune oder dem Römerschiff „Lusoria Rhenana“ besondere Trauorte anbietet. „Candlelight-Trauungen im Trauturm sind besonders romantisch“, sagt Tedesco. Das rekonstruierte Römerschiff auf dem Setzfeldsee in Neupotz sei in Deutschland einmalig und ziehe vor allem geschichtsinteressierte Paare an, darunter waren auch schon zwei Lateinlehrer. Im Jahr 2014 fanden von den 134 Trauungen in der Verbandsgemeinde 18 bei Kerzenlicht und sechs auf dem Römerschiff statt. In Offenbach reagiert das Standesamt mit Trauungen im Queichtalmuseum oder im Alten Schulhaus auf den Trend zur Individualität. „Es kommen manchmal bis zu 100 Gäste“, sagt Karin Kunz vom Standesamt Offenbach. Persönliche Geschichten spielen auch hier eine Rolle und so erfährt die Standesbeamtin auch schon mal von „kuriosen oder eben sehr romantischen Heiratsanträgen“, bei denen die Braut morgens um sechs geweckt wurde oder der Mann beim Strandspaziergang um die Hand anhielt. Das Standesamt verzeichnet zwischen 60 und 80 Trauungen im Jahr. Auffällig sei zudem, dass eine Mehrzahl der Personen bereits über 30 Jahre alt sei und es kaum Brautpaare zwischen 25 und 30 Jahren gebe.

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