Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Endspurt im Impfzentrum

Es ist ruhiger geworden im Landauer Impfzentrum, aber noch immer werden bis zu 700 Spritzen pro Tag gesetzt.
Es ist ruhiger geworden im Landauer Impfzentrum, aber noch immer werden bis zu 700 Spritzen pro Tag gesetzt.

Es läuft wie am Schnürchen: Im Corona-Impfzentrum für Landau und den Kreis Südliche Weinstraße ist im Minutentakt geimpft worden. Nachholbedarf gibt es noch bei Jugendlichen. Senioren über 80 können sich ihre Auffrischungsspritze holen.

In Kürze schließt das Landesimpfzentrum für Landau und den Kreis Südliche Weinstraße in der Albert-Einstein-Straße 29. Wer dort jetzt noch beide Impfungen bekommen will, hat am Donnerstag, 9. September, die letzte Chance: Von da an sind es noch genau drei Wochen bis zum letzten Öffnungstag am 30. September, an dem noch die Zweitimpfung verabreicht werden kann. Aber auch in den letzten drei Wochen sind noch Erstimpfungen möglich. Dann müssen sich die Besucher ihre Zweitimpfung anderweitig organisieren, beispielsweise bei ihrem Hausarzt.

Landrat Dietmar Seefeldt und Oberbürgermeister Thomas Hirsch bezeichnen das Impfzentrum als Erfolgsmodell: Dort sind bereits über 100.000 Impfungen verabreicht worden – 100.021 waren es am Mittwochabend, sagte Bastian Dietrich, Impfkoordinator des Kreises SÜW. Auch wenn der Andrang nachgelassen hat, kommen täglich noch 600 bis 700 Spritzen dazu.

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Boosterimpfung für Senioren

Bis zur Schließung werden auch noch Auffrischungsimpfungen für Über-80-Jährige angeboten. Dies ist am Montag und Dienstag, 13. und 14. September, von 8 bis 15.30 Uhr sowie am Mittwoch, 15. September, von 8 bis 14 Uhr möglich. Das geht ohne Termin.

In der Frühphase, als der Impfstoff noch Mangelware war, hatte es viele Fragen zu Abläufen und auch Klagen beispielsweise darüber gegeben, dass zwischen der Anmeldung bei der zentralen Terminvergabestelle des Landes und dem ersten Impftermin etliche Wochen vergehen konnten. Die Impfwilligen blieben im Unklaren, wo sie auf der Warteliste standen – und ob sie überhaupt darauf standen. Doch von Anfang an gab es gute Noten für die Abläufe in den Impfzentren. Dies hat sich auch durch eine Befragung in Landau bestätigt. Nach Seefeldts Angaben haben rund 3000 Besucher Rückmeldungen gegeben und zu fast 99 Prozent angegeben, dass sie mit den Abläufen sehr zufrieden oder eher zufrieden waren. Hirsch sagte, die Helfer im Impfzentrum hätten „großartige Arbeit geleistet“.

Eine Spritze pro Minute

Dafür sprechen auch die Zahlen: Der 29. April war der Spitzentag mit fast 1800 Impfungen in zwölf Stunden – das sind 150 Impfungen pro Stunde. Von den Abläufen her wäre sogar deutlich mehr gegangen. Im Schnitt wurden in den drei Impfstraßen rund 66 Menschen pro Betriebsstunde und etwa 700 am Tag geimpft. Möglich gewesen sei das nur, weil man im gesamten Team hervorragend zusammengearbeitet habe, sagte Stefan Krauch, Impfkoordinator der Stadt Landau. Sein Fazit: „Wir täten es gerade so noch einmal machen.“

Die Impfquoten in Landau und im Kreis steigen weiter: Nach Angaben des Landes sind in Landau 72,5 Prozent der Erwachsenen bereits zweitgeimpft; in SÜW sind es 66,8 Prozent. Auch die Impfmöglichkeiten für junge Leute werden angenommen: Bisher wurden 469 Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren in Landau erst- und 196 zweitgeimpft. In SÜW sind es 1203 Jugendliche mit Erstimpfung, 575 haben bereits die zweite Dosis erhalten.

Keine schlimmen Nebenwirkungen

Schlimme Nebenwirkungen, die von Impfgegnern immer wieder ins Feld geführt werden, habe es nicht gegeben, sagte der ärztliche Fachberater Peter Wollny. Es habe neben gelegentlichen Kreislaufproblemen auch Stürze und einen Herzinfarkt gegeben, die aber allenfalls dem Alter und möglicherweise der Aufregung älterer Besucher geschuldet seien, nicht dem Impfstoff.

Zunächst hatten sich die Kreise Germersheim und SÜW sowie die Stadt Landau darauf verständigt, ein gemeinsames Impfzentrum in Wörth einzurichten, das im Dezember in Betrieb gegangen war. Allerdings hatte es rasch Klagen von Senioren über lange Anfahrtswege und die schlechte Erreichbarkeit dieses Impfzentrums gegeben. Stadt und Kreis hatten rasch reagiert und ein eigenes Impfzentrum aus dem Boden gestampft, das am 24. Februar in Betrieb gegangen war.

Land hat schon 106 Millionen Euro ausgegeben

Dafür waren 62 Ärztinnen und Ärzte gewonnen worden, 45 medizinische Fachangestellte, elf Apotheker, zwölf Pharmazeutisch-technische Assistentinnen plus weiteres Personal für Büro und Leitungsaufgaben, Sanitätsdienst, Empfang und Abmeldung, Sicherheitsdienst, Verwaltung, Koordination und Haustechnik. Es wurden 3900 Stunden ehrenamtlicher Arbeit und 3300 Stunden Sanitätsdienst geleistet. Das Gesundheitsministerium gibt auf Nachfrage die Gesamtkosten für alle Impfzentren und deren Teams für alle Aufgaben mit rund 106 Millionen Euro an (15. Dezember 2020 bis 30. Juni 2021), also mit im Schnitt 3, 3 Millionen Euro je Impfzentrum.

Das Impfzentrum, das überwiegend mit mobilen Trennwänden in einer großen Gewerbehalle eingerichtet worden ist, wird nach dem 30. September abgebaut. Ein Teil des Materials wird eingelagert, damit das Land notfalls rasch wieder Impfzentren einrichten kann, vermutlich allerdings in kleinerer Form. Die Halle im Gewerbegebiet wird dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie ist bis Ende des Jahres angemietet und hat nach Angaben des Oberbürgermeisters einen neuen Eigentümer, der sie anderweitig nutzen möchte.

„Wir sind am Beginn der vierten Welle“, mahnte Seefeldt und appellierte an alle Ungeimpften, sich noch immunisieren zu lassen. „Das ist der Weg aus der Krise“, sagte er. Die 2- oder 3-G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) werde nur funktionieren und eine Überlastung des Gesundheitswesens nur dann verhindert, wenn die Impfquote hoch sei, so Hirsch.

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