Landau
Eintrittspreise für Zoo werden wohl erhöht
„Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei“, sagt Zoo-Direktor Jens-Ove Heckel mit Blick auf die möglichen Preiserhöhungen im Landauer Zoo. Der Tierpark ist eine Einrichtung, die den Freiwilligen Leistungen der Stadt zugerechnet wird – da darf die Stadt also nicht unbegrenzt Geld zuschießen. Auf dem Papier wirtschaftet die Stadt defizitär – auch wenn die Haushaltsabschlüsse in den vergangenen Jahren positiv waren. Also steht der Zoo stets unter Druck.
Einsparmöglichkeiten sieht Heckel kaum. Bei den Personalkosten gebe es kein Einsparpotenzial. Der Zoo sei seit Jahren bemüht, seine Verbrauche zu senken – damit ist der Wasserverbrauch, der Strombedarf und anderes gemeint. „Das wiegt die Mehrkosten aber bei Weitem nicht auf.“ Damit bleiben die Einnahmen.
Weniger im Einkaufswagen für 50 Euro
Es gebe nur zwei Stellschrauben, um die Einnahmensituation des Zoos zu verbessern, sagt Heckel. Preise anpassen oder mehr Besucher anlocken. Mehr Besucher anlocken wird eher nicht möglich sein: 2021 gab es 173.000 zahlende Besucher und 210.000 Gesamtbesucher, berichtet der promovierte Tierarzt. „Das zweitbeste Jahr in der Zoogeschichte, obwohl wir zwei Monate geschlossen hatten.“ Bleiben die Preise.
Die letzte Preiserhöhung war im Jahr 2019. Preisanpassungen waren bisher nur alle drei Jahre erforderlich, von daher sei das nun im Rahmen, betont Heckel. Denn auch der Zoo müsse stets mehr Geld ausgeben – für Futtermittel, aber auch für die Energiekosten. Auch die Mehrkosten durch neue Tarifabschlüsse für die Mitarbeiter rechnet Heckel da ein. Die Steigerungen, die auch Privathaushalte schmerzlich verspüren, gehen natürlich auch nicht am Tierpark in Landau vorbei. „Das merkt jeder Verbraucher am Einkaufswagen: Wer für 50 Euro einkauft, hat mittlerweile weniger im Wagen, als noch 2019“, vergleicht Heckel. Immerhin geht der Zoodirektor davon aus, dass die Preise erst in drei Jahren wieder angepasst werden müssen.
Die Stadtverwaltung nennt noch weitere Gründe für die Erhöhung. Der Personalbedarf habe sich gesteigert, weil die kostenlosen Helfertätigkeiten von Hartz-IV-Empfänger oder Menschen, die Sozialstunden ableisten, weggefallen oder massiv eingeschränkt worden sind. Die Verwaltungskosten, die der Zoo für Personalwirtschaft, Stadtkasse, Steuer, IT oder Ähnliches überweisen muss, sind gestiegen. Auch die Corona-Schutzmaßnahmen schlagen auf den Haushalt des Tierparks.
Worauf der Zoodirektor stolz ist
Die Verwaltung, so heißt es weiter in der Vorlage für den Stadtrat, der über die Erhöhung am 8. März entscheiden soll, sieht auch dringenden Sanierungsbedarf an Wirtschaftsgebäuden, Tiergehegen, Wegen und Plätzen sowie an der Infrastruktur – vor allem an den Wasser- und Stromleitungen. Der Hauptausschuss wollte am Dienstagabend noch nicht zustimmen, sondern nochmals über das Thema diskutieren.
Also sollen die Eintrittspreise für den Zoo zum 1. April steigen. Erwachsene bezahlen statt 9 künftig 10,50 Euro, Senioren 9 statt 8 Euro, Jugendliche oder Studierende einen Euro mehr – dann 8 Euro, für Kinder ist der Eintritt um 50 Cent höher, er wird bei 4,50 Euro liegen. Die Gruppenpreise steigen entsprechend.
Zum Vergleich: Der ähnlich große Zoo in Neuwied kostet 14 Euro Eintritt für Erwachsene ab 16 Jahren, Kinder zwischen drei und 15 Jahren zahlen 8 Euro. Der nahegelegene Zoo in Karlsruhe kostet 12 Euro Eintritt für Erwachsene, Kinder zahlen 5,50 Euro. Erwachsene zahlen im Wild- und Wanderpark in Silz 8 Euro Eintritt, Kleinkinder 4 Euro, ältere Kinder und Jugendliche 5,50 Euro.
Auf eines ist Heckel stolz: „Es war uns vor allem wichtig, dass die Kinder und die Jugendlichen, die die Zooschule besuchen, nicht zusätzlich belastet werden. Das haben wir geschafft.“