Landau Eine Meisterin des Worts
Nachdem Monika Lauer Ende April 2013 aus unserer Redaktion ausgeschieden und in den Ruhestand gegangen war, trafen wir uns gelegentlich zufällig in Südpfälzer Weinstuben. Zufällig insofern nicht ganz, weil Monika Lauer und ich denselben Wein mochten, gute Pfälzer Küche und Geselligkeit. Es war für mich eine Freude zu sehen und zu hören, wie sie mit ihren Freunden und Bekannten disputierte und politisierte. Niemand war in ein Smartphone vertieft, niemand war gelangweilt. Welch seltene Beobachtung heutzutage. Nun ist Monika Lauer nicht mehr da, nicht mehr in ihrer geliebten Südpfalz, nicht mehr in der geselligen Runde ihrer Freunde und früheren Arbeitskollegen, nicht mehr in ihren ehrenamtlichen Aufgaben. Man kann es sich nicht vorstellen. Was wird sie fehlen! Monika Lauer ist 1948 in Edenkoben geboren. Nach ihrem Studium der Amerikanistik und Publizistik kam sie 1974 zur RHEINPFALZ, machte ein Volontariat, wurde 1976 Lokalredakteurin in Landau und 1982 Leiterin unserer Redaktion in Bad Bergzabern. Fast 21 Jahre führte sie die kleine Redaktion mit immensem Einsatz. Kaum jemand kannte sich so gut aus wie sie im südlichen Teil des Landkreises Südliche Weinstraße. Sie liebte ihre Arbeit dort, die Menschen, die Nähe zu Frankreich. „Moni“, so nannten sie die meisten in der Redaktion, war eine stilsichere Autorin. Sie scheute keine Recherche, keinen Konflikt, keine klare Position in ihren Meinungsbeiträgen. Und wenn in der Fülle ihrer Arbeit mal etwas schiefgelaufen war, ein Fehler passierte, griff sie zum Telefon und bat um Entschuldigung. Ende der 1990er-Jahre wünschte sie sich, noch mal was ganz anderes machen zu dürfen in der Redaktion. So kam sie 2001 ins Ressort Politik und Zeitgeschehen. Sie brachte ihre Leidenschaft für Irland mit, bearbeitete den Nordirland-Konflikt und wurde zu unserer Expertin für Terrorismus und innere Sicherheit. Mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit und Furchtlosigkeit drang sie mit ihren Recherchen in kriminelle Szenen ein und schrieb exklusive und hochspannende Geschichten. Monika Lauer war eine entschiedene Kritikerin der Militärinterventionen in Afghanistan, in Irak und in Libyen. Wie recht sie damit behalten sollte. Sie trat mit ihren journalistischen Mitteln für Frieden, Humanität und Demokratie ein. Die Aussöhnung mit den Juden war ihr ein Herzensanliegen. Deshalb engagierte sie sich so sehr für das Frank-Loebsche-Haus in Landau. Vor zwei Jahren übernahm die Journalistin aus Leidenschaft ehrenamtlich die Redaktion der „Herbstzeitlose“, ein Senioren-Magazin für Landau. Eine streitbare Journalistin und Kollegin war Monika Lauer. Zugleich war sie charmant, immer hilfsbereit, beseelt vom Teamgeist. Gestern ist sie, kurz nach ihrem 69. Geburtstag, nach schwerer Krankheit gestorben. Die RHEINPFALZ trauert um eine liebenswerte Kollegin, einen unvergesslichen Menschen.