Landau Eindrücke aus Übersee
Das Leben an einer Highschool in den USA erinnere zuweilen an Szenen aus Filmen wie „High School Musical“ oder „Rock ’n’ Roll High School“. So umschreiben die Schüler aus der elften Klasse des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern ihre Eindrücke an der Upper Arlington Highschool in Columbus/Ohio.
Mitte Oktober war es endlich soweit: Aus drei Leistungskursen Englisch wagten 25 Schüler des Alfred-Grosser-Schulzentrums das große Erlebnis USA. Als Austauschschüler erfuhren sie viel über Schule, Alltag und Freizeit – für drei Wochen tickten die Uhren ganz anders und manchmal doch gleich. Zum ersten Mal nach mehr als 30 Jahren fand wieder ein Austausch zwischen einer Highschool in Nordamerika und dem Gymnasium in Bad Bergzabern statt. „Vor zwei Jahren kontaktierte die Schule die German-American Partnership Organization und stellte einen Antrag“, berichtet Sven Scheidner, der gemeinsam mit seiner Lehrerkollegin Michaela Hillenbrand für das Projekt verantwortlich ist. Danach habe es zwar eine Weile gedauert, doch dann gab die Organisation grünes Licht und übernahm einen Teil der Reisekosten. Kontakt aufgenommen wurde über die ehemalige Austauschschülerin Christie Charlton, die vor 31 Jahren in Deutschland war und heute Lehrerin an der Upper Arlington ist. „Deutsch wird an dieser Highschool ab der siebten Klasse unterrichtet“, informiert Hillenbrand. Sogar eine deutsche Siedlung gibt es seit 1804 in Ohio. Die Schülerin Kira Kurz berichtet vom Stundenplan der US-Highschool: „Sechs Fächer werden dort unterrichtet, etwa Chinesisch, Zeichensprache und Kunst. Das ist schon toll. Aber es gibt keine Variationen – jeden Tag der gleiche Ablauf. Trotzdem haben wir viel gesehen und erlebt.“ Teresa Kern, Noa Rodrian, Juliane Henrich und ihre Mitschüler waren in Gastfamilien mit deutschen Vorfahren untergebracht. „Leider“, bedauert Juliane Henrich, „sprechen die Nachkommen kein Deutsch mehr.“ Und Johanna Lang erzählt: „Die Oma meiner Gastfamilie hat 27 Jahre lang in Bingen gelebt. Da gab es zum Mittagessen Klöße, Fleisch und Kraut. Sie hat Deutsch mit mir gesprochen und von der Zeit in Deutschland erzählt.“ Der Gastvater von Marlene Oberhofer besuchte die Familie der deutschen Schülerin unlängst in Dierbach. „Er ist oft beruflich in Deutschland unterwegs. Da kam er bei uns vorbei und hat uns für die nächsten Ferien zu sich eingeladen“, erzählt sie. Vor Ort seien die Gastfamilien oft Pizza essen gegangen, berichten die Schüler. Auch viele Ausflüge wurden unternommen. Besonders interessant sei es beim Einkaufen gewesen: In den Supermärkten gab es ganze Regale mit deutschen Produkten wie etwa „Brandt“-Zwieback. Das Fazit nach drei Wochen USA-Erlebnis fällt unterschiedlich aus. „Am Anfang ist alles toll“, beschreibt Johannes Heid. An der Schule gebe es mehr als 30 verschiedene Sportarten, außerdem habe jede Klassenstufe mehr als 400 Schüler. „Aber sie verbringen die ganze Zeit nur an der Schule. Da gibt es sonst nichts mehr.“ Daher würde er zwar jederzeit für ein Jahr in die USA gehen, leben wolle er dort aber eher nicht. Juliane Henrich dagegen könnte sich gut vorstellen, für längere Zeit in den Staaten zu bleiben. Kira Kurz, Franziska Scheer und Marlene Frech wollen ihre Gastfamilien auf jeden Fall wieder besuchen. Doch jetzt freuen sich alle auf die amerikanischen Austauschschüler, die im Juni nach Bad Bergzabern kommen.