Landau
Ein bisschen verliebt in Landau
Landau – das sei damals Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagt Pfarrer Thomas Borchers. Und bezieht seine Frau Sabine, die als Chemikerin in Ludwigshafen arbeitet, gleich mit ein. Seit dem 1. Oktober ist der seit 2013 in der Stadt wohnende Theologe auch beruflich wieder in seiner Wahlheimat angelangt: Als Nachfolger von Ludwig Burgdörfer in der Leitung des Pfarramts für Volksmission beim Missionarisch Ökumenischen Dienst mit Sitz in der Landauer Westbahnstraße 4.
Der Beginn von Thomas Borchers liebevoller Liaison mit Landau liegt schon 18 Jahre zurück. Damals war er nach dem Vikariat in Frankenthal und zweitem theologischen Examen zwei Jahre der Stiftskirchen-Gemeinde zugeteilt worden. „Ludwig Burgdörfer hatte mich ausgesucht – und es begann eine bis zum heutigen Tage währende, wunderbare Zusammenarbeit.“
Geboren wurde Borchers als ältester von vier Geschwistern in Speyer. Die Liebe zur Kirchenmusik nennt er als ganz große Pfründe seines Lebens. Viele Jahre war er Mitglied der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz, hat das kirchenmusikalische Seminar abgeschlossen und schon während der Schulzeit vielfach in Schifferstadt und Speyer sonntags Orgel gespielt. Heute bereichert er die Landauer Kantorei mit seinem Tenor und „posaunt“ mit großer Begeisterung in der Bläserkantorei.
In Speyer hatte Borchers auch seinen Zivildienst beim Roten Kreuz absolviert, bevor es zum Theologiestudium nach Mainz und Heidelberg ging. 2003 trat er seine erste eigene Pfarrstelle an, in Erlenbach. „Das war bodenständige Gemeindearbeit in all ihrer Breite. Echte Lehrjahre, vielfältig und angereichert mit wertvollen menschlichen Kontakten. Niemals möchte ich diese Zeit missen.“
Was dann kam, war so etwas wie der Gegenentwurf. Oberkirchenrat Manfred Sutter, Dezernent unter anderem für Kirchenmusik und Diakonie, trug ihm die Stelle seines persönlichen Referenten im Landeskirchenrat an; deren halbes Deputat durch eine weitere 50-Prozent-Stelle beim überkirchlichen Missionarischen Dienst komplettiert wurde. „Bereiche, die sich inhaltlich ergänzen und mir, von heute her gesehen, ein wunderbares Hineinwachsen in die Materie ermöglichten“, so Borchers. Beim MÖD war er von Beginn an stark in die Ausbildung und Begleitung der Lektoren und Prädikanten eingebunden, jener Ehrenamtler, die heute in so mancher Gemeinde die gottesdienstliche Versorgung am Laufen halten.
Während Borchers im Landeskirchenrat zugearbeitet hat, sieht er sich nun als verantwortlicher Gestalter. Das beflügle ihn. Zumal sein Pendant im Pfarramt für Weltmission, Pfarrer Florian Gärtner – beide zusammen leiten als Doppelspitze den MÖD – ein hochgeschätzter Weggefährte sei. Volksmission – kann er mit diesem etwas antiquierten Begriff gut leben? „Unbedingt! Wir sind eine Kirche für das Volk. “ Als seine Aufgabe sieht er es an, „Menschen sprachfähig zu machen, ihren Glauben zu artikulieren und weiterzutragen.“
Der ökumenische Diskurs, den auch sein Vorgänger Burgdörfer mit Eifer befeuert hat, spielt dabei eine zentrale Rolle. „Wir stehen jetzt am Anfang eines Prozesses, der weit über die Anstrengungen der letzten Jahre hinausgeht. Protestantische Landeskirche und Bistum Speyer werden sich in Zukunft auf allen Ebenen noch enger verzahnen. Dies ist zugleich Aufgabe und Chance der beiden großen Konfessionen. Ich bin da sehr hoffnungsvoll.“
Info
- Am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, wird Pfarrer Thomas Borchers in der Stiftskirche öffentlich in sein Leitungsamt beim MÖD eingeführt.
- Info: www.moed-pfalz.de