Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Eigentümer will Miete erhöhen: Bald weniger Wohnheimplätze für Studierende?

Das Studentenwohnheim in der Godramsteiner Straße 50b gehört einer Erbengemeinschaft.
Das Studentenwohnheim in der Godramsteiner Straße 50b gehört einer Erbengemeinschaft.

Ein Gebäudeeigentümer will wohl die Miete für einen Teil des Studierendenwohnheims in der Godramsteiner Straße erhöhen. Das Studierendenwerk ist dagegen und droht mit Ausstieg. Fallen fast 100 Wohnheimplätze weg?

Die Studentenwohnheime in der Godramsteiner Straße liegen eigentlich perfekt: Der Campus der Landauer Uni ist durchs Fort binnen fünf Minuten zu erreichen. Gut, nicht ganz so perfekt, da die Uni nicht nur am Campus ist, sondern über die halbe Stadt verstreut, aber wozu gibt’s Fahrräder oder Autos? Um die Vermietung der Zimmer kümmert sich das Studierendenwerk Vorderpfalz – und bei dem Wohnheim handelt es sich genaugenommen um drei Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre errichtete Wohnheime.

Die ersten beiden mit den Eingängen Godramsteiner Straße 50 und 50a – in Richtung der Straße – gehören einer Gemeinschaft aus 75 Eigentümern, darunter das Studierendenwerk Vorderpfalz. Dort gibt es laut Angaben des Studierendenwerks auf dessen Internetpräsenz 86 Einzelapartments mit je circa 22 Quadratmetern Wohnfläche und drei Doppelapartments mit rund 55 Quadratmetern Fläche. Die Monatsmiete pro Platz liegt laut Studierendenwerk bei 285 Euro unmöbliert und 290 Euro möbliert. Warm, also inklusive der Nebenkosten, aber ohne Strom und Internet. Im dritten Haus, der Godramsteiner Straße 50b, liegt die Miete leicht höher – 320 Euro pro Platz, aber warm, mit Strom und Internetzugang. Dieser Eingang ist kurz vor dem Weg ins Fort. In diesem Haus gibt es 96 Plätze (80 Einzelapartments und acht Doppelapartments). Und das gehört eben nicht dem Studierendenwerk. Für die Studierenden ist es unerheblich – alles wird über das Werk geregelt, denn es gibt einen Vertrag mit dem Gebäudeeigentümer – derzeit einer Erbengemeinschaft. Und mit dieser gibt es anscheinend Streit.

Gebäude soll in marodem Zustand sein

Nach Informationen der RHEINPFALZ sieht die Lage wohl so aus: Die Erbengemeinschaft will die Miete für das Objekt erhöhen – und zwar drastisch. Das will das Studierendenwerk, immerhin eine gemeinnützige Einrichtung, so nicht erdulden. Deshalb überlegt man, zum Ende des Wintersemesters 2023/24, also Ende März, aus dem Gebäude auszusteigen. Andererseits gibt es wohl noch die Möglichkeit, das Gebäude zu kaufen. Doch: Nach RHEINPFALZ-Informationen soll sich das Gebäude nach Einschätzung des Studierendenwerks in einem maroden Zustand befinden – deshalb biete man der Eigentümergemeinschaft wohl auch nur den Bodenrichtwert an. Dabei soll es um rund 800.000 Euro gehen. Eine Summe, die mutmaßlich von der Erbengemeinschaft nicht akzeptiert werden wird, denn sie soll vom Werk das Zehnfache als Kaufpreis fordern.

Das Studierendenwerk kommentiert diese Informationen offiziell nicht. „Wir sind im Moment in Verhandlungen zu diesem Thema und können daher gegenwärtig dazu keine Auskunft geben“, teilt Sprecher Thomas Mosthaf mit. Gleichzeitig kündigt er weitere Infos an, wenn ein Ergebnis feststeht.

In Studierendenkreisen werden jedenfalls bereits Gerüchte gestreut. Ein Student hatte sich bei der Redaktion gemeldet, weil er befürchtete, ausziehen zu müssen. Zwei Kommilitonen hätten ihm erzählt, dass das Studierendenwerk allen Mietern zum Ende dieses Sommersemesters, also bis Ende September, die Wohnheimplätze kündigen wolle. Zu diesem Zeitpunkt droht droht den Mietern wohl keine Veränderung.

Korrekturhinweis

Die Studierendenwohnheime in der Godramsteiner Straße 50 und 50a gehören nicht ausschließlich dem Studierendenwerk Vorderpfalz, wie in einer früheren Version dieses Textes behauptet. Die einzelnen Apartments in den Gebäude gehören insgesamt 75 Eigentümern, von denen das Studieredenwerk einer ist. Darauf weist ein Vertreter der Eigentümer hin. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen und haben die entsprechende Textstelle angepasst.

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