Marktplatz Regional RHEINPFALZ Plus Artikel Edenkoben: Schüler des Gymnasiums wollen Fairtrade-Gedanken leben und umsetzen

Fairtrade-Zertifizierungsfeier: Begrüßung durch Michael Schacht, stellvertretenden Schulleiter. Foto: Norman P. Krauß
Fairtrade-Zertifizierungsfeier: Begrüßung durch Michael Schacht, stellvertretenden Schulleiter.

Seit dem zurückliegenden Schuljahr hat sich in der Edenkobener Lehranstalt ein Team aus Schülern, Eltern, Lehrern sowie Personen der Schulleitung immer mehr um das Thema „Fairer Handel“ an ihrem Gymnasium gekümmert. So werden heute Waren aus fairem Handel während der Pausen am Schulkiosk angeboten. Das heißt aber nicht, dass die allseits bekannten Süßigkeiten und sonstigen Angebote bekannter Hersteller jetzt ganz verschwinden sollen. Fairtrade ist derzeit eine Ergänzung, die aber gerne peu à peu ausgeweitet werden soll. In der Schule selbst nimmt das Thema Fairtrade auch in der Unterrichtsgestaltung einen immer größeren Raum ein, und das fachübergreifend.

Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Ruth Bartholome vom Pädagogischen Landesinstitut Speyer/Bad Kreuznach die Urkunde und das dazugehörige prägnante Schild, das jetzt den Eingang der Schule zieren wird. Zu Beginn des Festaktes sagte der stellvertretende Schulleiter Michael Schacht: „Wir haben versucht unseren Gymnasiasten das Thema ,Fairtrade’ immer wieder nahe zu bringen. Die Resonanz sich hier einzubringen war überwältigend.“

Gerechte Löhne und Produkte die nach internationalen Standards gefertigt werden, sind nur zwei Eckpunkte die zum fairen Handel gehören. Die so hergestellten Produkte werden in Naturkost- und sogenannten Weltläden angeboten. Auch in Supermärkten gibt es die Produkte und die Gastronomie greift gerne darauf zurück. Aber nicht nur im Bereich Lebensmittel finden sie sich. So kann man in den Niederlanden das dort produzierte „Fairphone“ erwerben, ein Smartphone, das ausschließlich mit fair gehandelten Produkten hergestellt wird.

Christine Graf und Stephanie Westwood sind die Lehrerinnen, die die AG betreuen. „Das Ganze ist der Einsatz für eine gerechte Welt und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen“ so die Pädagoginnen. Sie sind immer wieder begeistert, welche Ideen die Jugendlichen haben, wie sie den Fairtrade-Gedanken leben und diesen umsetzen wollen. „Wie kritisch Schüler denken können, wurde ja gerade zuletzt deutlich, als sie für die Zukunft unserer Umwelt mehrfach auf die Straße gingen“ so Stephanie Westwood. Die Lehrkräfte gehen schon mit gutem Beispiel voran. Der im Lehrerzimmer Literweise getrunkene Kaffee wird natürlich nur noch aus Bohnen, die aus fairem Handel kommen, aufgebrüht.

Außerschulisch erhält das Projekt Unterstützung vom „Eine Welt-Laden“ in Neustadt, dem Naturkostladen „Sonnenblume“ in Edenkoben und der „Florathek Blumen Kiefer“ in Maikammer. Für die Zukunft wollen die Verantwortlichen die Beteiligung der Schüler noch erhöhen. Im Unterricht soll noch stärker konzeptionell gearbeitet werden. Der Wunsch der Schüler nach einer schulübergreifenden Rosenaktion bei der, wie zuletzt am eigenen Gymnasium, kostenlos Rosen aus freiem Handel verteilt werden, soll ebenso umgesetzt werden, wie die Herstellung eines Fairtrade-Eises. In ihren Visionen sehen Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung Edenkoben als Fairtrade-Town.

Sven Keil und Robin Ullmer aus der 10a erklärten anschaulich wie wichtig der Kampf gegen die illegale Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist. Dass sage und schreibe 50.000 Menschen im illegalen Holzhandel mitmischen und damit Millionenbeträge verdienen, erschrecke schon. Aber was kann der Einzelne dagegen tun? Zum Beispiel beim Papierkauf auf Umweltsiegel achten, beim Holzkauf darauf achten wo dieses herkommt, so die Schüler. Gleiches gilt beim Kauf von Kosmetikprodukten wie Hanah Kapper und Caroline Rauch aus der 10a verdeutlichten. Wichtig ist es auf Inhaltsstoffe und auf die Verpackungen zu achten. „Tierversuche darf es einfach nicht mehr geben!“ so die jungen Damen. Interessant auch Eva Flügels Beitrag zum Thema Rosen. Die Schülerin der 10a zeigte auf, dass 80 Prozent der Schnittblumen importiert werden, leider erfüllt aber nur ein geringer Teil davon die Fairtrade-Grundsätze. In den Herkunftsländern will Fairtrade für eine Mindestlohnbezahlung, langfristige Arbeitsverträge und geregelte Arbeitszeiten sorgen. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmitteln steht ebenfalls ganz oben auf der Agenda.

Das Fazit aller Vorträge: Fairtrade ist teurer in der Herstellung und natürlich auch im Kauf, aber dieser Mehrbetrag sollte uns die Zukunft unserer Welt wert sein.

Musikalisch wurde die Feier von Donna Bruns aus der 11. Klasse begleitet, die mit den aus den Charts bestens bekannten Hits „What about us“ von Pink und „People help the People“ von Birdy mit ihrem kraftvollen Gesang brillierte. Julia Wingerter zelebrierte mit beeindruckender Stimme den „Earth song“ von Michael Jackson. Unterstützt wurde sie dabei von weiteren Mitgliedern des Grundkurses Musik 13, nämlich Anselm Tretter (Schlagzeug), Johannes Wingerter (Bass) Anna-Carina Diehl (Querflöte), Johanna Gierens (Geige), Asli Yazar (Gitarre) und Musiklehrerin Isabelle Kügler (Klavier).

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