Landau E Levve lang

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Gleich am ersten Tag des Aufeinandertreffens wussten beide, es hat mächtig gefunkt. So schildern Sigrid Hermann und Manfred Milion lächelnd ihre erste Begegnung. Alles begann 2011 in der Reha-Klinik in Bad Bergzabern. Beide waren für ein paar Wochen der gleichen Sportgruppe zugewiesen worden und sahen sich somit täglich. Gemeinsam unternahmen die „Rehaler“, die aus ganz Deutschland kamen, viele Ausflüge in der Region. Die kennt Milion als Ursüdpfälzer bestens. So lernte auch die Kölnerin Sigrid Hermann Land und Leute lieben. „Ich war und bin immer noch ganz begeistert von der Südpfalz. Die vielen kleinen Straußwirtschaften, die Freundlichkeit der Menschen und die Natur, gefallen mir besser als in Köln. Obwohl ich auf ,Kölle’ nix kommen lasse“, betont sie lachend. Da beide zu der Zeit in festen Beziehungen lebten, wurden aufkeimende Gefühle des Verliebtseins wehmütig erst einmal hinten angestellt. Bei einem baldigen Wiedersehen der Gruppe war dann aber klar: jetzt oder nie! Ab da waren sie ein Paar und lösten sich aus ihren Verbindungen, um miteinander ein neues Leben zu beginnen. Zunächst bedeutete dies eine Fernbeziehung. Eine andere Lösung war aus beruflichen Gründen vorerst nicht in Sicht. An jedem Wochenende stand Gemeinsamkeit in Köln oder Karlsruhe auf dem Plan der Verliebten. Mehr Zeit blieb nur an den Urlaubstagen. Statt sich zu entfremden, wurde das Gefühl „Ich will!“ zwischen ihnen immer stärker. Als seine Freistellungsphase bei der Bahn in Karlsruhe 2013 begann, zog Manfred Milion sofort zu seiner Sigrid nach Köln. Dort machte ihn Hermann mit der Stadt Köln und ihren Freunden bekannt. Die Sehnsucht nach der Südpfalz blieb aber nicht nur bei Milion. Der Wunsch, in die Pfalz zurückzukehren, war so stark wie der nach einem gemeinsamen Leben. Vor einem halben Jahr fasste sich Milion ein Herz und stellte die Frage aller Fragen. „Dauernd kam etwas dazwischen. Es war echt verrückt. Ich habe einfach keinen passenden Moment gefunden, sie zu fragen, ob sie mich endlich haben will“, berichtet der Pfälzer. Zuerst sei die Arbeit wichtiger gewesen, dann Sigrids Tochter Melanie, die vorher heiratete. Da habe er nicht dazwischenfunken wollen, erzählt Milion. Auf einer Halloween-Party wagte er den großen Schritt. Mitten im Gespenstergetümmel kniete er auf der Tanzfläche vor seiner Sigrid nieder, zog elegant ein Etui aus der Tasche, öffnete es und fragte: „Willst du mich heiraten?“ „Ich wäre beinah umgefallen. Ich war völlig aufgeregt. Natürlich sagte ich sofort ,Ja!’ und war überglücklich“, erinnert sich Hermann mit leuchtenden Augen. Noch am selben Abend wurden Pläne geschmiedet, wie und wo geheiratet werden könnte. Da Hermann beim Westdeutschen Fernsehen arbeitet und an Produktionen wie „Die Rudi Carrell Show, „Hape Kerkeling Show“ oder „Bei Biolek“ beteiligt war, kennt sie Willi Weber, den Standesbeamten aus der Sendung „Traumhochzeit“ mit Linda de Mol. Der war von der Idee, Milion und Hermann in der Südpfalz in einer freien Trauung zu vermählen, sofort begeistert und sagte zu. Auch die Trauungsstätte war gleich gefunden – die Terrasse der Bahnhofsgaststätte „Zwoggel“ in Bad Bergzabern. „Wir haben so tolle Erinnerungen an dieses Lokal und besuchen es immer wieder gern, wenn wir in der Nähe sind.“ Das Gastwirtsehepaar Prause war sofort mit dabei. Ein paar Tage vor der Feier hatte das Brautpaar noch heimlich bei Weber auf dem Standesamt in Bad Münster/Eifel geheiratet. Dort ist Weber der zuständige Standesbeamte. „Denn einfach so getraut werden, irgendwo auf Feld oder Flur, ist in Deutschland nicht erlaubt. Deswegen wollten wir da nichts dazwischenkommen lassen“, begründen die Jungvermählten. Am vergangenen Samstag war es dann auch in der Pfalz soweit. Nach langen Jahren einer Wochenendbeziehung mit vielen Abstrichen läuteten die Hochzeitsglocken für Sigrid Hermann und Manfred Milion im Herzen von Bad Bergzabern. Begleitet von dem Lied „E Levve lang“ der Kölner Gruppe Die Höhner und bei Sonnenschein schritt das Paar vor den Traualtar auf der Terrasse des Restaurants „Zwoggel“. 40 geladene Gäste sahen zu, als der Standesbeamte Weber, bekannt aus seiner Funktion in den „Traumhochzeit“-Sendungen vor 20 Jahren, die Verliebten verheiratete. Nach langen Jahren des Hoffens haben die Kölnerin und der Pfälzer den Hafen der Ehe erreicht und freuen sich auf das gemeinsame Zusammensein – e Levve lang.

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