Queichheim RHEINPFALZ Plus Artikel Die Meckerei wird erweitert

Michaela Rahm mit den Plänen für den Umbau.
Michaela Rahm mit den Plänen für den Umbau.

Die Ziegen von Familie Rahm sind nicht mehr im Mutterschutz. In der Meckerei gibt es wieder frischen Käse zu kaufen. Auch während der Corona-Krise. Um ihren Gästen bald noch mehr Service bieten zu können, baut die Familie an. Über der Meckerei soll ein großer Verkostungsraum entstehen.

Noch meckern Ziegenlämmer in der Scheune von Familie Rahm, die auf ihrem Hof in der Queichheimer Kraftgasse 61 eine Käserei mit Hofladen betreibt. Die Meckerei ist in der Region bekannt für ihren Ziegenkäse, den Michaela Rahm zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Claudia Osche herstellt. Die beiden Frauen bieten auch regelmäßig Hofführungen an, die mit einer Verkostung abschließen.

Weil die Nachfrage dazu immer größer wird, möchte die Familie nicht weiter improvisieren. „Bislang haben wir den Käse immer draußen auf dem Hof serviert. Für unsere Gäste haben wir Tische und Stühle aufgestellt“, berichtet Rahm. Bei schlechtem Wetter blieb man im Laden oder hat provisorisch eine Tafel in der Scheune eingedeckt.

Diese Notlösungen braucht es aber bald nicht mehr. Die Ziegenhirtin und ihr Mann Jochem Rahm bauen die Scheune aus, die an Käserei und Hofladen grenzt. Wo jetzt noch Lämmer Unterschlupf finden, soll bis zum Herbst ein Eingangsfoyer mit Toilettenräumen entstehen. „Baubeginn ist im Sommer. Im Spätherbst wollen wir oben Hochzeit feiern“, berichtet Rahm. Und so soll das Ganze einmal aussehen: Vom Foyer aus führen eine Treppe und ein Lift hinauf zum großen Verkostungssaal. Dieser misst 80 Quadratmeter und verfügt über 70 Sitzplätze. Daran schließen eine Küche und eine Vorratskammer an.

Die neuen Räume befinden sich direkt über dem Hofladen. Neben dem Lädchen entsteht der Eingang zum Foyer. Familie Rahm hat sich entschieden, das Scheunentor durch große Glaselemente samt Glastür zu ersetzen. Um eigenen Strom zu erzeugen, plant das Ehepaar, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren. Die Meckereichefin sagt: „Wir haben bei dem Anbau großen Wert auf Barrierefreiheit gelegt.“ Auch Rollstuhlfahrer kämen in den neuen Räumen gut zurecht.

Neben den üblichen Hofführungen für angemeldete Gruppen plant Rahm weitere Events. Aber diese seien noch nicht so konkret, um jetzt schon darüber reden zu können, sagt sie. Was die Käserin verrät: Im neuen Verkostungssaal wird es auch einen großen Bildschirm geben. „So können wir Filme rund um die Käserei zeigen.“ Bei größeren Gruppen sei es schwierig, alle Personen in die Herstellungsräume schauen zu lassen. Allein aus hygienischen Gründen gehe das nicht, erklärt sie. „Aber auf dem Bildschirm können wir wirklich alle Handgriffe rund ums Käsemachen zeigen und dabei gleichzeitig erklären“, berichtet Rahm.

Übrigens, die Meckerei hat seit ein paar Wochen wieder geöffnet. Die Ziegen befinden sich nun nicht mehr in Mutterschutz. Jeweils ab November werden die Geißen, die im September gedeckt wurden, nicht mehr gemolken. „Sie dürfen sich ganz auf ihr Schwangersein konzentrieren“, erzählt Rahm. In dieser Zeit wird kein Käse hergestellt und der Laden bleibt bis zum Frühling geschlossen. Nach fünfmonatiger Tragzeit kommen die Lämmer auf die Welt. Zunächst bekommen sie Muttermilch, dann wird nach und nach auf Ersatzmilch umgestellt. Und schließlich wird die komplette Ziegenmilch wieder für die Käseherstellung genutzt. „Das ist wie mit Mon Chéri, man freut sich, wenn es den Käse endlich wieder gibt“, findet Rahm. Sie weist darauf hin, dass ihr Laden auch während der Corona-Krise für Einkäufe geöffnet hat.

Info

Der Hofladen ist donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet.

Der Ziegenhof mit Käserei richtet einen Besucherraum über dem Hofladen ein.
Der Ziegenhof mit Käserei richtet einen Besucherraum über dem Hofladen ein.
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