Wir über uns
Die Lehrerin mit den drei Armen
Darf man Nachrichten verändern, verschönern oder vielleicht auch dramatisieren? Selbstverständlich nicht. Auch Pressefotos sind Nachrichten, weshalb für sie im Prinzip derselbe Grundsatz gilt. Doch wo hört bei den modernen technischen Möglichkeiten eine zulässige Bildbearbeitung auf und wo fängt eine Manipulation an? Der Grat ist schmal. Das Aufhellen eines zu dunkel geratenen Motivs ist zulässig, aber zusätzliche Rauchwolken in ein Kriegsbild hineinzumontieren, oder eine Wasserpfütze rot zu färben, damit sie wie Blut aussieht, ist es nicht. Moderne Technik erleichtert solche Veränderung, manipuliert worden ist aber auch schon zu Zeiten der analogen Fotografie – beispielsweise hat Stalin Trotzki aus Bildern entfernen lassen, nachdem dieser in Ungnade gefallen war.
„Drei Arme nötig“
In unserem Fall hat es sich ausdrücklich nicht um ein nachrichtliches Foto gehandelt, bei dem man so strenge Maßstäbe anlegen müsste. „Mit Nils in die 1. Klasse – DIE RHEINPFALZ knipst Knirpse“ ist eine Beilage, die im Wesentlichen aus den Fotos der frisch eingeschulten Kinder besteht. Und die sind bei einem solchen Termin hochmotiviert bei der Sache – nur leider nicht immer alle zur selben Zeit. So hatte unser Fotograf Björn Iversen zwar eine ordentliche Auswahl an Fotos, aber auf dem einen stimmte dies nicht, auf dem anderen jenes. Und so hat er zwei Bilder zu einem kopiert – und dabei übersehen, dass eine Lehrerin mal gewinkt hat und mal nicht. So ist sie zu einem dritten Arm gekommen. Sie selbst nimmt es mit Humor (Danke dafür!) und schickt Iversen einen netten Gruß mit den Worten, dass manchmal „drei Arme zum Händeln der Klasse nötig sind!“.