Landau
Deutsche Glasfaser hängt Zeitplan hinterher
In den Landauer Stadtdörfern werden Kunden der Deutschen Glasfaser sich noch gedulden müssen, bis sie im Netz mit „Lichtgeschwindigkeit“ unterwegs sein können. Für die sieben Ausbaugebiete ist die Verzögerung „riesig“, wie Agija Bulina gesteht. Sie ist seit 2022 die zuständige Leiterin der Projekte in den Landauer Stadtdörfern und in der Verbandsgemeinde Landau-Land.
Die Verzögerungen in den Landauer Stadtdörfern hingen hauptsächlich damit zusammen, dass dort nur sehr wenige öffentliche Grundstücke als Standort für die Technikzentrale infrage kommen konnten. Diese sogenannten Point-of-Presence (Pop) werden in der Branche als Herzstück der Glasfaserverkabelung bezeichnet. „Ohne diese kann die Baufirma keine Trassenplanung erstellen“, sagt Bulina. Fünf Monate habe es gebraucht, bis sich mit allen Beteiligten auf die Standorte geeinigt worden sei. Involviert seien unter anderem das Bauamt, der lokale Energieversorger Energie Südwest, der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau und die Denkmalschutzbehörde. Bis Ende November sollen alle Pop-Standorte aufgestellt werden.
Projekte hängen von anderen ab
Mit den Tiefbauarbeiten soll in diesem Jahr begonnen werden. Jedoch ist nicht bekannt, in wie vielen Ausbaugebieten. Hochwahrscheinlich werde nur in einem Landauer Stadtdorf losgelegt.
Besser sehe es in der Verbandsgemeinde Landau-Land aus. Zwischen Juni und Oktober seien mit der Baufirma drei Projekte in Angriff genommen worden: in Göcklingen, Impflingen und in Ilbesheim. Damit die Arbeiten bis Ende des Jahres sauber beendet werden können, werden alle Kapazitäten der Baufirma für diese drei Orte genutzt. „Und sie werden dieses Jahr mit keinem anderen Projekt mehr anfangen“, heißt es. Dann werden allerdings noch einige Monate vergehen, bis die Haushalte die neue Technik nutzen können. Das komme erst im zweiten Quartal kommenden Jahres, weil zuvor noch andere Gebiete ausgebaut sein müssen, zum Beispiel Billigheim-Ingenheim und Heuchelheim-Klingen, um „das Licht bis nach Impflingen, Göcklingen und Ilbesheim zu bekommen“.
Verzögerungen wegen Weinfeste
In Orten, in denen es noch keinen Infoabend über die bevorstehenden Bauarbeiten gegeben hat, muss Bulina vertrösten. „Da die Abhängigkeit von den anderen Projekten groß ist, kann der Start der Tiefbauarbeiten nur schwer geplant werden.“
Auch in der Verbandsgemeinde gebe es Gründe, wieso die Firma nicht im Zeitplan ist: Die Vor-Ort-Überwachung sei so zeitintensiv, dass entschieden wurde, nur noch zwei Projekte gleichzeitig auszubauen. Zudem seien die Arbeitsmöglichkeiten zeitweise eingeschränkt gewesen, wegen der Weinfeste im Sommer und der Weinlese-Zeit im Oktober.
In der Landauer Innenstadt ist ein neues Ausbaugebiet hinzugekommen, das allerdings nicht von dem nordrhein-westfälischen Unternehmen, sondern von der Telekom erschlossen wird. Sie teilt mit, dass für den Neubau auf dem früheren Kaufhof-Areal gegenüber dem Hauptbahnhof mit Glasfaser versorgen wird.