Landau Der Kerwename: Wo man die Spreu vom Hafer trennt

„Hawwerflichl“ nennt der Pfälzer die Haferspreu, also das, was beim Ausdreschen der Haferkörner übrigbleibt und bei der uralten Methode des Worfelns verfliegt: Wirft man mit der Schaufel das Dreschgut in die Luft, trennen sich Körner und Spreu. Hafer – gegenüber Roggen und Weizen als minderwertiger angesehen – wurde in Gossersweiler angebaut, und den Einwohnern im Laufe der Jahre der Uzname „Hawwerflichl“ verpasst. Haferspreu wurde als Einstreu, als Beimengung zum Viehfutter oder auch als Matratzenfüllung genutzt. Es konnte auch einem müden Wanderer als Lager dienen, wie Johann Gottfried Seume im „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ beschreibt: ,,In der Stadt (Syrakus) im Wirtshause gab man mir ein Zimmer, worin kein Bett, kein Tisch und kein Stuhl war, und sagte dabei, ich würde in der ganzen Stadt kein besseres finden. Ich warf mich auf einen Haufen Haferspreu, die in einem Winkel aufgeschüttet war, und schlief ein“.