Landau Der „Fall“ Alexandra

Die Geschichte der damals 13-jährigen Alexandra hat die Menschen sehr bewegt. Hier eine Zusammenfassung: 2012 besucht Alexandra die siebte Klasse der Integrierten Gesamtschule Landau. Hinter ihr liegen bewegte Jahre. Nachdem sich ihr Vater, der Spielschulden hatte, das Leben nahm, wird nun die Familie in Russland von Kriminellen verfolgt. Mutter Svetlana entschließt sich Ende 2008 mit ihren beiden jüngeren Kindern zur Flucht, weil sie um die Sicherheit der Familie fürchtet. Über Weißrussland und Polen gelangen die drei nach Landau. Doch ihre Asylanträge werden im Oktober 2011 abgelehnt. Die Familie werde nicht staatlich verfolgt, für ihre Sicherheit könne auch Russland sorgen, argumentierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge damals. Klagen gegen den Entscheid mit dem Hinweis, Leib und Leben der Familie seien bedroht, scheiterten. Auch eine Petition an den Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz hat keinen Erfolg. Zahlreiche Landauer, darunter Schulleitung, Lehrer und Schüler der IGS setzen sich für die Familie ein – umsonst. Auch die notwendigen Papiere, die die Heirat von Alexandras Mutter mit ihrem in Trier lebenden polnischen Verlobten ermöglichen sollen, lassen auf sich warten. Zwar Treffen Urkunden aus Moskau ein, andere Papiere aus Usbekistan, dem Geburtsland Svetlanas, fehlen. Alexandras Bruder Dmitrij, 2012 19 Jahre alt, sieht Vaterfreuden entgegen. Gemeinsam mit seiner Freundin hat er für den 3. September 2012 einen Termin beim Jugendamt vereinbart, um die Vaterschaft anzuerkennen. Er könnte dann bei Mutter und Kind bleiben. Doch am 28. August steht bei der Familie im Horst frühmorgens die Polizei vor der Tür. Die Familie wird abgeschoben. Es bleibt kaum Zeit zum Packen. Dann geht es direkt zum Flughafen in Frankfurt und von dort nach Moskau. Alexandras Platz in der Klasse der 7 b der IGS bleibt leer. Alle Versuche, die Familie zurückzuholen, scheitern. Bis jetzt. (git)