Landau Den Abschied erleichtern

Am Samstag war Welthospiztag. Der Tag macht auf die Belange Schwerstkranker und Sterbender aufmerksam (Interview mit Sterbebegleiterin Ute Schneider-Beiwinkel in der RHEINPFALZ vom 4. Oktober). Wie wichtig die adäquate Begleitung ist, macht der Bericht einer Tochter deutlich.
Die Mutter von Frau S. aus Landau ist kürzlich im Alter von 80 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Zwischen der Diagnose und dem Sterbetag lagen neun Wochen. Während dieser Zeit wurde die Schwerkranke vom Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst betreut. „Sofort, nachdem ich die Diagnose hatte, habe ich mit Frau Schneider-Beiwinkel vom Hospizdienst in Landau Kontakt aufgenommen“, schildert Frau S. die damalige Situation. Die Krebsdiagnose sei „absolut tödlich“ gewesen, zudem habe ihre Mutter eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie abgelehnt. Noch am selben Tag habe sie einen Gesprächstermin erhalten. „Wir Kinder waren sehr unsicher, wussten nicht, wie wir damit umgehen sollten, wussten auch nicht, wie viel Zeit noch bleibt. Das alles war sehr belastend für uns“, blickt Frau S. zurück. Allein schon aus dieser Unsicherheit heraus sei es für sie sehr hilfreich gewesen, in Ute Schneider-Beiwinkel eine kompetente und einfühlsame Ansprechpartnerin zu haben. Bei einem zweiten Termin, gemeinsam mit ihrer Mutter, habe sie dann erfahren, dass es in der BioMedklinik in Bad Bergzabern eine Palliativstation gibt. „Das war uns sehr wichtig“, betonte Frau S., „denn wenn man eine Krebsdiagnose bekommt und keine Chemotherapie möchte, stellt sich die Frage: was macht man da? Meine Mutter wollte auf keinen Fall in ein Krankenhaus.“ Ihre verstorbene Mutter habe großes Vertrauen zu der Hospizfachkraft gehabt, sagt Frau S.. Ute Schneider-Beiwinkel habe die Todkranke mehrmals zu Hause besucht, bettlägerig sei diese damals nicht gewesen, habe aber zeitweise starke Schmerzen gehabt und sei medizinisch von ihrem Hausarzt betreut worden. Als der Hausarzt in Urlaub ging, habe die alte Dame große Angst davor gehabt, ihr könne zu Hause etwas zustoßen und der Notarzt würde sie in ein Krankenhaus bringen lassen. Dass Ute Schneider-Beiwinkel bestens vernetzt sei und sowohl den Hausarzt als auch den Arzt der Palliativstation kannte, sei eine große Beruhigung für alle Betroffenen gewesen, schildert Frau S.. Der Hausarzt habe schließlich eine Einweisung in die Palliativklinik Bad Bergzabern geschrieben. Eine Stunde nach ihrem 80. Geburtstag sei ihre Mutter dann dort gestorben. „Unser Ziel war eigentlich, dass meine Mutter wieder nach Hause kommt und dort betreut werden kann“, sagt Frau S.. Wäre dies der Fall gewesen, hätte eine adäquate Betreuung organisiert werden, ein Pflegebett angeschafft werden müssen und vieles mehr. Da wäre Ute Schneider-Beiwinkel auch eine wichtige Anlaufstelle gewesen. „Es war jetzt nicht mehr nötig, weil meine Mutter nicht mehr nach Hause konnte, aber auch für mich als Tochter war es eine Sicherheit zu wissen, dass ich da immer hingehen oder anrufen kann, wenn ich mit irgendetwas nicht klarkomme.“ INFO —Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst für Landau und den Landkreis Südliche Weinstraße, Weißenburger Straße 1, Landau. Telefon 06341 94 29 46. —E-Mail: hospizdienst.landau@vinzentius.de, im Internet: www.hospizdienst.landau-vinzentius.de |ovi