Landau Danke, Polizei!

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Gerke Minrath hat ihre Freundin Nadine Imo mitgebracht. Die beiden Frauen danken allen Polizisten, die ihre Arbeit machen. Menschen schützen und ihnen helfen. Unter Umständen, die immer schwieriger werden. „Die Kollegen werden unangenehm behandelt, angespuckt und angegriffen“, sagt Peter Berens, Leiter der Inspektion in Landau. Und zählt gleich einige Beispiele auf, unter anderem den Vorfall in der Tankstelle, wo am Donnerstagabend ein Betrunkener Polizisten gegenüber aggressiv wurde (wir berichteten). „Das ist eine Initiative, die uns gut tut“, betont Berens. Der „Danke-Polizei-Tag“ des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten“ setzt genau da an. 2011 im Wohnzimmer von Minrath gegründet, hat der Verein heute 118 Mitglieder. „Die Lobkultur in Deutschland ist nicht ausgeprägt“, sagt die Vorsitzende. Ihrer Erfahrung nach stehen die meisten Menschen hinter dem Anliegen des Vereins. Nur sei es eben nicht schick, das auch zu sagen. Manchmal wird ihr Engagement auch sehr hässlich kommentiert. Richtige Drohungen sind ein Fall für die Polizei. Auf ihrer Tour durch die Vorder- und Südpfalz macht die Berufsschullehrerin in Ludwigshafen, Neustadt, Landau, Bad Bergzabern und Grünstadt halt. 12 Uhr in Landau – Schichtwechsel. Ein guter Zeitpunkt, um möglichst viele Beamte auf einmal zu erwischen. Acht Männer und Frauen versammeln sich im Aufenthaltsraum. Die Einsätze der vergangenen Monate haben die politische Diskussion um die Unterbesetzung der Dienststellen angeheizt: die Einbrüche in Mörlheim, bei denen eine 86-Jährige getötet worden war, die Notwehrsituation in Insheim und die regelmäßigen Eskalationen im Landauer Ostpark (wir berichteten). Umso größer ist die Freude der Beamten, als Minrath von ihrem Verein erzählt und sich bedankt. Auslöser ihrer Initiative seien Krawalle am 1. Mai 2009 in Berlin gewesen. 280 Beamte seien verletzt worden – Familienväter und Menschen, die wohl lieber bei ihren Freunden und der Familie gewesen wären. Keine Aggressoren, die sich mit Freude auf Gewaltakte vorbereiteten. Danach wusste sie: Sie musste sich für die Menschen einsetzen. „Vielen Dank für ihren täglichen Einsatz für uns alle. Sie machen einen super Job“, ist die Kernaussage. Ein Lächeln huscht über die Gesichter. Eine Polizistin nutzt die Gelegenheit, sich für die Karte zu bedanken, die der Verein geschickt hat, als sie beim Einsatz verletzt wurde. Der Zeitplan ist eng, es geht weiter nach Bad Bergzabern zur Polizeiinspektion. Zwei Streifen sind unterwegs. In der Wache sind jetzt nur noch ein Beamter in der Zentrale und Polizeihauptkommissar Werner Bollinger. Minrath bedankt sich bei den beiden für ihren Einsatz. Bollinger kocht erst mal Kaffee. Zusammen mit Polizeihauptkommissar Uwe Kühn, der aus Landau mitgefahren ist, setzen sie sich in den Aufenthaltsraum. Und erzählen. Die Stimmung ist locker. Minrath berichtet von vielen guten Erfahrungen, die sie mit Polizeibeamten gemacht hat. Nicht nur in lebensbedrohlichen Situationen, sondern auch bei alltäglichen Problemen. Das Thema „Gewalt gegen Polizisten“ ist aber immer präsent. „Wir haben es zunehmend mit Menschen mit psychischen Problemen zu tun“, sagt Bollinger. „Die stehen nicht so in der Verantwortung für ihr Handeln“, das müsse man berücksichtigen. Aber auch hier, auf dem Land, sei der Job nicht mehr wie früher, die Anfeindungen nähmen zu. Das Hauptproblem sei die Respektlosigkeit, stimmen die Männer überein. „Gutes Feedback ist immer wichtig, gerade den jungen Kollegen tut das gut“, betont Bollinger. Der „Danke-Polizei-Tag“ sei wie der Muttertag, zwar sollte man seiner Mutter eigentlich jeden Tag „Danke“ sagen, meint Minrath, „aber zumindest einmal im Jahr muss man dran denken.“ Info „Keine Gewalt gegen Polizisten“ ist im Netz unter www.kggp.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/keine.gewalt.gegen.polizisten/ zu finden. |fare

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