Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Danke-Box für Homeoffice-Mitarbeiter entwickelt

 Dominik Lutz und Sarah Huttinger haben die Unternehmensberatung Matchplan gegründet. In der Krise haben sie sich zunächst Gedan
Dominik Lutz und Sarah Huttinger haben die Unternehmensberatung Matchplan gegründet. In der Krise haben sie sich zunächst Gedanken gemacht, wie man Menschen im Homeoffice helfen kann.

Mit seiner Homeoffice-Energy-Box will das Landauer Unternehmen Matchplan Connect für mehr Gesundheit im Homeoffice sorgen. Die Idee: eine Box, mit der Unternehmen ihren Mitarbeitern im Homeoffice Danke sagen können. Aber eigentlich ist Matchplan eine Unternehmensberatung.

Keine Frage: Das Homeoffice hat seine guten Seiten. Aber es hat auch Nachteile, wie die fehlende Bewegung, Vereinsamung und neue Herausforderungen durch noch mehr Digitalisierung. Das Landauer Unternehmen Matchplan Connect versucht, mit seiner Energy-Box an diesen Punkten anzuknüpfen.

Den beiden Gründern von Matchplan, Dominik Lutz und Sarah Huttinger, war es wichtig, eine Box zusammenzustellen, die die Arbeit im Homeoffice unterstützt. Mit Faszienrolle, Fitnessband und Antistressball soll für den körperlichen Ausgleich gesorgt werden. Aber auch das beiliegende Homeoffice-Bingo ist ein wichtiger Teil des Inhalts. Damit sollen die Atmosphäre in Videokonferenzen aufgelockert werden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bewegt werden, der Situation mit Humor zu begegnen. Dem dient auch ein Teil das digitalen Angebotes in der Energy-Box. Hier finden sich neben Tipps und Tricks zu Online-Meetings noch elf virtuelle Teamspiele. Mit einem Preis von 44 Euro zählt die Homeoffice-Energy-Box als steuerfreie Sachzuwendung und soll so Unternehmen dazu animieren, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Anerkennung zu zeigen.

Stehpult aus Pappe

Nicht nur Matchplan ist die Gesundheit im Homeoffice wichtig. Deshalb kooperieren die Landauer zum Beispiel auch mit Oppreist, einem Unternehmen aus Hamburg, das Stehpulte aus Pappe für eine bessere Haltung im Homeoffice verkauft.

Die Homeoffice-Energy-Box ist das bisher einzige physische Produkt von Matchplan. Mit der Box will das kleine Unternehmen ein Vorbild für die Kunden sein, die es berät. „Auch wir erfinden uns immer wieder neu und setzen dabei unsere Konzepte selbst ein“, sagt Dominik Lutz. Doch was genau macht Matchplan? Kurz zusammen gefasst, könnte man die Arbeit so erklären: Matchplan unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung. Dabei geht es Dominik Lutz und Sarah Huttinger vor allem um eine gute Beratung und um Strategieentwicklung. „Es geht nicht darum, irgendein System einzuführen, sondern gemeinsam mit den Beteiligten in einem Unternehmen die Entscheidung zu treffen, was das Richtige für die Zukunft des Unternehmens ist“, erklärt Lutz. In diesem sehr individuellen Prozess stelle Matchplan Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle infrage. „Es bringt nichts, einen Arbeitsprozess einfach zu digitalisieren. Wir müssen auch nach der Sinnhaftigkeit fragen.“

Digitalen Monteur entwickelt

Als Beispiel nennt Lutz einen größeren Handwerksbetrieb mit etwa 100 Mitarbeitern aus Ludwigshafen. Nach längerer Beratung und mit einem sehr offenen Entscheidungsprozess habe Matchplan zusammen mit dem Betrieb das Konzept des digitalen Monteurs entwickelt. Die „echten“ Monteure haben jetzt von der Baustelle eine direkte Verbindung zur Zentrale, und so laufen die Interaktion und der Informationsaustausch zwischen beiden viel schneller ab. Wie lange so ein Digitalisierungsprozess dauert, hänge von der Projektgröße und den Themen ab, berichtet Dominik Lutz. Meistens sei ein halbes Jahr sinnvoll, und im Mittelpunkt stehe auch die Eigenverantwortlichkeit des Unternehmens. „Wir wollen nur so lange wie nötig im Unternehmen bleiben.“

Matchplan ist ein sehr junges Unternehmen, das Lutz und Huttinger erst Ende 2020 in Landau gegründet haben. Mit ihrem Werkstudenten von der Hochschule Karlsruhe, Fabian Radermacher, und mit Christian Navel bilden die beiden Gründer ein vierköpfiges Kernteam, das von einem breiten Netzwerk von Freiberuflern unterstützt wird. So können sie ihre derzeit etwa 20 Kunden gut betreuen. Aufgrund der pandemiebedingten Wirtschaftskrise formuliert Lutz die Umsatzerwartung für dieses Jahr vorsichtig: Es werde ein niedriger sechsstelliger Betrag werden.

Wurzeln in der Informatik

Lutz, der in Großfischlingen aufgewachsen ist, ist seit sechs Jahren in der Unternehmensberatung aktiv. Doch sein Weg dahin begann schon mit 16 Jahren. „Ich komme aus der Daimler-Welt“, erzählt der heute 39-Jährige. Dort machte er eine Ausbildung zum Informatikkaufmann und arbeitete in der Systementwicklung und Administration. „Ich war zuständig für Veränderungen und die Verbesserung von Entscheidungsprozessen bei Daimler.“ 2017 arbeitete er dann bei einem Daimler-Projekt in Germersheim mit Sarah Huttinger zusammen. Neben dem privaten Glück entwickelte sich auch eine berufliche Zusammenarbeit, die im vergangenen Jahr zur Gründung von Matchplan führte.

Auch Huttinger hat schon viele Erfahrungen in der Unternehmensberatung gesammelt. Die 35-Jährige ist in Schlüchtern bei Fulda aufgewachsen und kam zum Dualen Studium nach Karlsruhe. Anschließend arbeitete sie unter anderem bei der Commerzbank in der Unternehmensberatung und der Wirtschaftsprüfung, bevor sie über Mercedes-Benz 2017 zu dem Daimler-Projekt in Germersheim kam und dort das erste Mal mit Dominik Lutz zusammenarbeitete.

Nachhaltigkeit im Blick

Mit Matchplan wollen Dominik Lutz und Sarah Huttinger sich weniger auf Umsatzsteigerung, sondern mehr auf ihre soziale Verantwortung und den Gedanken von Nachhaltigkeit konzentrieren. Sie wollen einen aktiven Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten. Ihre Homeoffice-Energy-Box wollen sie mit unterschiedlichen Varianten noch weiterentwickeln und mit lokalen Produkten ausstatten. Im späteren Verlauf wolle man eventuell auch gemeinnützige Einrichtungen mit einbeziehen, erklärt Dominik Lutz. „Und dann schauen mal, was noch so passiert.“

Infos

www.matchplan.de und www.boxmatch.de

x